Ein "sweet as" - Geburtstagsspecial 

Wir im Hostel-Gemeinschaftsraum:

"Die Musik hier klingt wie die, zu der Frau Telle sagte,

dass das ihre "Staubsauger-Musik" wäre!"

 

"Man vergisst schnell, dass man neben dem ganzen

Work and Travel ja auch irgendwie "leben" muss."

( aus: Geppert, Magdalena: easy-peasy-kiwi-squeezy, Neuseeland 2016, Blogeintrag 11)

 

Gestern war mein 19. Geburtstag....19.

Mann ey, so jung noch! Aber ich will mich nicht beschweren; die Arbeiten am Bartwuchs laufen gut, ebenso das "Erwachsen-werden" (wenn man das so bezeichnen will :P ...ich spiele immer noch gerne "Magic" und lache über Flachwitze, das kann man mir nicht nehmen!). Dazu kommt, dass ich meinen Geburtstag das erste Mal fernab von zu Hause und dann auch noch bei so 18 °C verbracht habe . Das ist schon mal ungewohnt, aber da muss man als Mann (oder Frau) von Welt bzw. Reisender mindestens ein Mal durch.

 

Wie haben wir also diesen Tag verbracht? Zuerst einmal bin ich aufgewacht - und der Reisende war schon längst aufgestanden. Das gibt's ja nicht! So etwas kommt nur ein Mal alle paar Weiß-ich-nicht-was Jahre vor (oder beim Traffic-Control...oder wenn er einfach mal ne Nacht durch macht, weil wir eh früh aufstehen müssen). Also das war schon mal besonders! Dann gab's Bescherung: Schokokuchen (mit Kerzen!), Schokolade (extra dunkel), Erdnussbutter und ein neues Zeichenset vom Reisenden. Außerdem Bücher, noch mehr Schokolade, ein Armband und sehr witzige Geburtstagskarten von der Frau Mama ;D . Darauf haben wir erstmal mit jeweils einem frischen Glas Milch angestoßen (so etwas darf ich ja seit ich 18 bin auch schon trinken). Insgesamt haben wir es eher ruhig angehen lassen (erstens weil das Hostel hier etwas...nun ja...anonymer ist als andere und weil es Sonntag war), haben die Heute-Show geschaut, waren beim Inder essen und sind lange am Meer lang gelaufen. Der groß angekündigte "Miyazu"-japanische Garten, war dann doch mehr so ein "Miyazu"-japanischer Baum, der vor 20 Jahren von einem Japaner hier gepflanzt wurde. War aber auch nicht schlecht! ^^ ... jedenfalls stürmten wir dann wieder von Musik aus des Reisenden Lautsprecher begleitet zum Hostel zurück (eigentlich tanzten wir eher zurück, mal zu Peter Fox, mal zu Brahms...war ne bunte Mischung, aber hätte uns jemand gesehen, wäre das leicht peinlich gewesen :D ).

 

Wenn ich so überlege, ist es schon Wahnsinn, was man eigentlich in so einem Jahr - einem Lebensjahr - alles so erlebt! Was kann man denn in einem Jahr alles so machen, fragst du dich? Na ja, man kann jede Menge lustige Sachen in da hometown mit den homies in da hood anstellen. Sowas wie...Schlittschuhlaufen und Met-trinken auf dem Weihnachtsmarkt (natürlich auch Langós essen!), Spieleabende veranstalten, Silvester beim Reisenden feiern (und einschlafen, während die anderen zocken ;D ), nen Kolloquium machen (nicht so sehr zu empfehlen), das Kolloquium mit ner guten bis sehr guten Note machen (schon zu empfehlen). Anschließend zum Inder gehen. Auch mal im Park ausruhen ist nicht schlecht, Musik machen, ewig über Nietzsche und anderen Smalltalk reden und dabei Baguette mit Frischkäse essen. Mitternachts Basketball spielen und tagsüber Fußball. Und viel lachen :D . Man kann in einer Beziehung sein (sollte man als junger Mensch auch mal probieren), man kann sich trennen (gehört leider manchmal auch dazu). Man kann den letzten Schultag feiern und Fotos auf der Toilette machen, Döner essen gehen. Teilweise hat man auch mal Momente, in denen man nicht so gut drauf ist und nach außen hin eher ...grummelig (Eltern können ein Lied von singen...), um im nächsten Moment wieder ne Runde "Fifa" bei Basti zu zocken, oder mit Marvin und Lu was Feines zu kochen.

 

Man kann auch mal (und das ist sehr zu empfehlen, das ist von Trip-Advisor empfohlen!) nen richtig schönen, runden Abiball mit wunderbaren Menschen feiern, bis man vollkommen verschwitzt in der Nacht nach Hause geht. Man kann auch schon mal auf der Geburtstagsfeier von der Mutter eines sehr guten Freundes Cocktails mixen. 2 Wochen danach kann man auch durchaus mal ans andere Ende der Welt fliegen und schauen, wie es dort so zu geht. 

Aber das ist nochmal eine ganz andere Geschichte, da könnte man nen Blog drüber schreiben!

 

Fazit: Es gibt keine fest gesteckte Route, die man gehen kann oder sollte (selbst wenn es sie gäbe...auch Trip-Advisor darf man nicht immer trauen!) und nicht alle Straßen führen zum nächsten Hostel, vor allem in Rotorua (@Reisender ;D ). Aber was ich weiß ist, dass jede Reise, sei es die in ferne Länder, oder die des Lebens, durch die Menschen, die einen begleiten und die man selbst begleitet, erst wirklich zu der Reise wird, die sie ist. Und das ist gut, ja! (Zitat: Edwin)

~euer Badem. Mo. 05.12.2016


Wellington, die Stadt der Dichter und Denker - nee, Moment mal...

 

Endlich haben es der Reisende (es wird Zeit, dass der Name "Mitreisende" dessen wahrer Bestimmung gerecht wird. Daher wird nun in Bezug auf den "Mitreisenden" nur noch von "dem Reisenden" gesprochen. Denn bin nicht auch ich aus anderer Perspektive betrachtet ein "Mitreisender"? Bzw. sind wir nicht alle grundlegend "Reisende"/ "Mitreisende"? ...) und ich in die Hauptstadt des Landes der langen weißen Wolke geschafft. Wellington. Gleich nach der Ankunft fielen uns erst einmal verschiedene Sachen auf:

1. es war windig

Wellington ist laut einiger Quellen die windigste Stadt der Welt (was vor allem beim Start von Flugzeugen sehr spaßig sein soll!) und da fliegt einem schon mal das Toupée weg, wenn man nicht aufpasst!

2. die Leute waren sehr entspannt

Anders als in Auckland, wo die Menschen an dir vorbei eilen und dabei ein Gesicht machen, als hätte Trump die Wahl in den USA gewonnen (...) , sind die "Wellington-er" offensichtlich viel besser drauf. Die meisten schlendern gelassen durch die Straßen und am Hafenbecken entlang und gefühlt alle gehen joggen.

3. wenig Verkehr

Für eine Großstadt sehr unüblich, aber in Wellington tatsächlich Realität! Du gehst meistens einfach über die Straße, egal ob grün oder rot. Da muss man ja selbst in Weimar, bei dem vielen Pferdekutschen-Verkehr vorsichtiger sein!

4. Stadtplanung

Es scheint, als hätte man vor ein paar Jahr(zehnt)en alles an Planung und Geld, was heute in Auckland fehlt, in Wellington verballert. Es kommt einem einfach teilweise wie ein großer Spielplatz vor (so der Reisende), weil an jeder Ecke und jedem Gässchen ein anderes interessantes Gebäude steht. Dazu kommt, dass in W. die Kunst- und Musikszene echt am Florieren ist und daher überall beeindruckende Graffiti zu finden sind und Straßenmusik erklingt.

In Wellington kann man viele verschiedene Sachen unternehmen. Wir entschieden uns dafür, mal wieder ein bisschen Kultur zu tanken und waren deshalb vor allem in Museen. Allen voran das "Te Papa" Museum, welches das größte und populärste Museum in ganz Neuseeland ist (und natürlich von "Trip Advisor" empfohlen :D ). Tatsächlich war das Ding echt riesig und wir konnten uns bei Weitem nicht alles ansehen, aber haben einen guten Überblick über die Erdkunde Neuseelands, Flora und Fauna und den 1. Weltkrieg und wie er hier aufgenommen wurde, gekriegt (tatsächlich gibt es hier in fast jedem Museum einen Abschnitt über den 1. Weltkrieg!). Außerdem waren wir noch im "Wellington Museum" und ich in einer Ausstellung von japanischer Kalligraphie (die Erste in Neuseeland!!!) . 

 

Neben der Kultur gab es natürlich auch lange Spaziergänge, so wie der zum "Weta-Workshop". Der "Weta-Workshop" ist eine Ausstellung von riesigen Plastiken von den "Herr-der- Ringe"-Figuren (so ähnlich wie das Wachsfiguren-Kabinett) und laut Google-Maps 1,5 Stunden zu Fuß entfernt. Als wir von Mt. Victoria kommend den Workshop in einiger Entfernung sehen konnten, aber schon 2 Stunden gelaufen waren, dachten wir uns ... "Nee" , und sind zurück gelaufen. So haben wir aber trotzdem nen guten Eindruck von der Umgebung bekommen. Am Abend waren wir noch mit Dennis aus den USA, den wir in W. kennengelernt hatten (und der gerade vor 15 Minuten hier ins Hosten in Nelson reingeschneit ist) in einer Yakitori- und Saké-Bar.

Das "Te Papa" - Museum
Das "Te Papa" - Museum
Der "Bienenstock", das Parlamentsgebäude und Zentrum der Macht Neuseelands. Bei dem Anblick muss man doch einfach vor Erfurcht erzittern, oder?
Der "Bienenstock", das Parlamentsgebäude und Zentrum der Macht Neuseelands. Bei dem Anblick muss man doch einfach vor Erfurcht erzittern, oder?

Und nun?

Ja nun sind wir in Nelson auf der Südinsel. Nächsten Montag machen wir eine Führung durch die "Pic's Peanutbutter"-Factory (so gefühlt DAS  Highlight für mich ;D ) und nächsten Donnerstag geht's los zum Abel Tasman Coastal Track! Oh, und am Sonntag hab ich ja schon Geburtstag! Mann ey, wie schnell die Zeit vorbei geht... Der Reisende ist vorhin zu einem Art Supply Shop gegangen, er meinte, er müsse sich eine Leinwand kaufen.

Ich frag mich, was ich wohl zum Geburtstag kriege...

 

Naja, das war's erstmal für's Erste. Zum Schluss noch ein Gedicht über das Mineralwasser "Kiwi Blue":

 

kiwi blue

 

kiwi blue, kiwi blue

nichts ist so gut wie du

so erfrischend, rein und klar

du bist so wunderbar

ich brauch' dich immerzu,

kiwi blue, kiwi blue

 

kiwi blue, kiwi blue

sogar besser als jimi blue

ochsenknecht, aber im vergleich 

zu gerolsteiner doch recht schlecht

egal, genug gereimt, es reicht

kiwi blue, kiwi blue

 

(Dem hier dargebotenen Kunstwerk liegt ein tieferer Sinn zu Grunde, lieber Leser,

jedoch ist es an dir, jenen heraus zu finden. Genau, wie eine Flasche Kiwi Blue CO2 verliert,

wenn man sie öffnet, verliert das Gedicht seinen Sinn und Esprit, wenn man es erklärt. 

Deshalb sollte es für sich stehen, oder "L'art pour l'art", wie man so schön sagt...)

 

~der Badem. Fr. 02.12.2016

Nachtrag: Diese Bilder aus Nelson wollten wir euch natürlich nicht vorenthalten:

Der Himmel über Napier
Der Himmel über Napier
Passend zum Hemd :)
Passend zum Hemd :)
Ein Hochhaus in der Wellingtoner Innenstadt
Ein Hochhaus in der Wellingtoner Innenstadt
Abnutzungspuren auf dem Frachthafen bei Napier
Abnutzungspuren auf dem Frachthafen bei Napier
Das waren nicht wir! Ich schwöre es euch aber es ist schon lustig ^^
Das waren nicht wir! Ich schwöre es euch aber es ist schon lustig ^^
Kommentare: 16
  • #16

    Helga (Montag, 05 Dezember 2016 14:36)

    Aber gerne doch lieber Bademeister, Reisender und R.K.
    Wie ich gelesen habe, hattest Du einen sehr netten Geburtstag. Das ist doch toll. ☺☺

  • #15

    Bademeister (Montag, 05 Dezember 2016 11:52)

    Vielen Dank, Oma Helga! :) ...das freut mich!

  • #14

    Helga (Sonntag, 04 Dezember 2016 08:09)

    Lieber Richard, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Alles Liebe und Gute und noch viel Spaß.

  • #13

    Bademeister (Samstag, 03 Dezember 2016 00:30)

    Danke Nine,
    Ich finde ja auch, dass sich blauer Lippenstift bei mir durchaus gut macht :D
    LG

  • #12

    Nine (Freitag, 02 Dezember 2016 17:21)

    Blauer Lippenstift steht Richard hervorragend! (siehe Foto mit coolem Auto)

  • #11

    Hannah (Freitag, 02 Dezember 2016 09:04)

    Wie cool sieht ja echt cool aus! Aber sehr schlimm, dass ihr den Weta-Workshop habt sausen lassen! Shame on you!
    Grüße aus London xx

  • #10

    Helga (Dienstag, 22 November 2016 14:31)

    Ein nettes Video. Bitte weitere

  • #9

    Nine (Mittwoch, 09 November 2016 16:44)

    Ahhhh, wie cool. Grüße aus Halle!
    <3

  • #8

    Bademeister (Dienstag, 25 Oktober 2016 23:34)

    @undercovercanuck: Wir sind zur Zeit noch in Warkworth auf der Farm. :D ...ja, hier gibt es viele Schafe

  • #7

    undercovercanuck (Dienstag, 25 Oktober 2016 21:40)

    so viele schafe O.o
    und wo seid ihr? :D
    <3

  • #6

    Helga (Dienstag, 25 Oktober 2016 20:30)

    Wunderbar, weiter so.

  • #5

    Antje (Samstag, 22 Oktober 2016 17:06)

    Mehr Lämmchenfilme !!

  • #4

    Basti (Montag, 10 Oktober 2016 17:25)

    Einmal mehr Videos zum mitnehmen bitte.

  • #3

    Elke (Montag, 10 Oktober 2016 12:43)

    Oh ja, mehr Videos wären toll!!! :)

  • #2

    Basti (Mittwoch, 05 Oktober 2016 17:17)

    Ja geile meile

  • #1

    Ben (Mittwoch, 05 Oktober 2016 10:48)

    Ey voll dufte, dass de nun nen Kommentar schreiben kannst!


Napier, die Art Deco Stadt

Ich hab mit der Überschrift angefangen aber zugegebenerweise fehlt mir eine Überleitung ^^

Wir ihr euch vermutlich denken könnt sind wir in Napier, doch was und wo genau ist eigentlich Napier?

Napier ist ein kleiner aber schöner Ort an der Ostküste der Nordinsel, in welchem irgendwann in den zwanziger jemand die Zeit angehalten zu haben scheint.

Oldtimerautos, Läden mit Möbeln, Kleidung und Schmuck aus den Zwanzigern sogar die Häuser sind im amerikansichen Stil der Zwanziger gebaut (Glaube ich zumindest. Bitte nicht übel nehmen falls ich falsch liege....)
letzteres ging an alle Architekten ;)

Grün ist zwar nicht unbedingt meine Autofarbe aber bei dem Auto würde ich zweimal überlegen
Grün ist zwar nicht unbedingt meine Autofarbe aber bei dem Auto würde ich zweimal überlegen

Die Stadt erinnert mich sehr an die Zwanziger-Party die wir in Weimar gefeiert haben und ich muss gestehen die Mode war schon schick.

Neben der netten Innenstadt, welche mit Geschäften gesäumt ist, liegt Napier direkt am Ozean und hat eine gefühlt endlose Promenade, welche wir aus unserem Hostelzimmer beobachten können. Der einzige Nachteil ist leider, dass es kein Sand- sondern ein Kieselsteinstrand ist, welcher das Baden nicht einfacher macht.

Oh ja die sind wir ^^
Oh ja die sind wir ^^
Zwei halbverdurstete Frauen machen eine Siesta
Zwei halbverdurstete Frauen machen eine Siesta

Doch wie kommt es, dass ihr so schnell einen Blogeintrag lesen könnt wo wir doch erst gestern nach einem Erdbeben in Napier hier angekommen sind?
Tja an sich weil ich es in der Stadt nicht mehr ausgehalten habe.

Nein nicht weil es hier blöd ist, Napier ist eine der schönsten Städten wenn nicht sogar die schönste Stadt, welche ich bis jetzt in Neuseeland gesehen habe, nein das Problem liegt eher am Wetter.

Nein es regnet nicht genau das Gegenteil ist der Fall. Draußen sind derzeit über 30 Grad und um Peter Fox zu zitieren:


"Ich steh auf
Leg mich gleich wieder hin
Es ist zu heiß, um es wirklich geil zu finden
Ein Schritt reicht, gleich tropft Schweiß vom Kinn
Pack mein Sack in Eis und da bleibt er drin
Die Stadt dreht ab, schreit nach Wind
Man ist platt, wenn man draußen Zeit verbringt"

 

Davon abgesehen ist Napier aber wirklich eine super Stadt, welche nur darauf wartet unsicher gemacht zu werden sobald es am Abend kühler wird ^^. 

Plätze im Schatten sind rar und gut umkämpft!
Plätze im Schatten sind rar und gut umkämpft!
Das "Dach" einer kleinen Seebrücke
Das "Dach" einer kleinen Seebrücke

Einmal gigantische Panoramas? Kommt sofort...

(ihr könnt die Bilder auch vergrößern wenn ihr sie anklickt)

Gut das ist ein Mönch und kein Panorama aber ich dachte mir es sieht doch ganz nice aus :)
Gut das ist ein Mönch und kein Panorama aber ich dachte mir es sieht doch ganz nice aus :)

Mr. Tongariro

 

Innerer Monolog letzten Abend:

"Hm...sollte ich Handschuhe mitnehmen?

Nee, das ist bestimmt eh nicht so kalt da..."

 

Heute morgen klingelte mein Handywecker um 6.30. "Where do I hide" von Nickelback. War schon recht ungewohnt, mal wieder so früh aufzustehen. Zumal es auch noch für den guten Zweck und die Wissenschaft war: Die Überquerung des 19,4 km langen "Tongariro Alpine Crossing" zusammen mit "Walle" aus Hamburg und Maraike aus den Niederlanden. Da man den "finest walking track New Zealands" nicht alle Tage zu Gesicht bekommt, war das schon was Besonderes.

 

Wenn Ben und ich und ihr gedacht haben, dass "Cape Reinga" windig gewesen wäre - dann hat Mr. Tongariro noch einen drauf gesetzt...bei weitem! Das hielt uns aber nicht davon ab, lustige Fotos zu machen!

Nachdem wir die ersten Meter hinter uns hatten, dachten wir noch so: "Och ja, das ist ja voll entspannt und easy!" Wir machten einen kurzen Abstecher zu den "Soda Springs" und konnten diesen lauschigen Wasserfall bewundern. 

 

Mit der Zeit wurde das Gelände jedoch rauer und steiler und der Atem tiefer. Da jeden Tag an die 700 Abenteurer in diese luftigen Höhen hinaufsteigen/ - kraxeln waren wir dort oben alles andere als allein. Bemerkenswert sind vor allem die älteren Damen und Herren über 60, die mit Walking-Sticks bewaffnet den Gipfel erklimmen.

Ebenso diese Hardcore-Outdoorer, die mit Kilo schweren "Deuter"-Rucksäcken mit daran baumelnden Tassen und Pfannen und tollen atmungsaktiven Sachen an dir vorbei stürmen (ich dagegen mit meiner frisch im Schritt gerissenen Jeans ... :D ). Und die ... nun ja, einfach Kiwis, 

die in Turnschuhen, kurzer Hose und T-Shirt ihren Weg dahin chillen. Letztendlich haben sie - haben wir - aber eines gemeinsam: Wir möchten diese herausfordernden Kilometer Tongariro- Track bezwingen, den "Emerald"- und "Blue-Lake" sehen, dem berühmten "Mt. Doom" ein wenig näher kommen (ohne den "Einen Ring" in die Lava zu werfen) und am Ende des Tages eine tolle, neue

Erfahrung haben. Dass wir dafür zunächst zwei Stunden durch tief liegende Wolken und eiskalten, beißenden Wind mussten, der einen teilweise zur Seite geweht hat, haben wir dafür in Kauf genommen (an dieser Stelle etwa 12 Stunden zuvor habe ich das etwas differenziert gesehen... "Ahhh, verdammt! Warum hab ich keine Handschuhe mitgenommen?!" ...meine durchlöcherte Jeans, die mir in milderen Gefilden durch gute Belüftung wertvolle Dienste erwiesen hatte, war dabei nicht besonders förderlich).

Letztendlich war es jeden einzelnen Schritt wert.

Keine Angst du siehst nicht unscharf ^^ Irgendwie hat im Moment der Autofokus nicht funktioniert und mir fehlte die Zeit für manuellen Fokus
Keine Angst du siehst nicht unscharf ^^ Irgendwie hat im Moment der Autofokus nicht funktioniert und mir fehlte die Zeit für manuellen Fokus

Am Nachmittag waren wir dann verständlicher Weise ziemlich geschafft. Das bedeutet, wir lagen erstmal mindestens eine Stunde bewegungslos in unseren Betten. Am Abend gönnten wir uns zur Abwechslung ein ganz ausgefallenes Essen: Burger (mit selbst in Butter angeröstetem Brötchen, frischen Buletten, Tomaten, Salat, selbstgemachter Knoblauchsoße. Außerdem Gouda und Schafskäse, Süßkartoffelpommes (oder " Süßtüften") und ein gutes Bier...chen. Flip. Jetzt krieg ich wieder Hunger. Ben telefoniert auf der Toilette und Walle hat sich bereits zurück gezogen. Ich glaube, es wird auch Zeit für mich, den Wanderweg der Träume zu betreten. 

Okay, halt, das klingt echt kitschig. Ich will es so ausdrücken: 10 Stunden Schlaf und dann kalten Burger zum Frühstück. Gute Aussichten! 

Der Abstieg war lang aber schön
Der Abstieg war lang aber schön

~euer Badem. So.20.11.2016

 

Das ist noch nicht alles! Ich will verrückt sein ich lege sogar noch ein paar Bilder drauf!

 

Ach ja es lag auch Schnee/Eis so kalt war es  ^^
Ach ja es lag auch Schnee/Eis so kalt war es ^^
Da der Wind so kalt und stark war haben viele Unterschlupf hinter großen Steinen gesucht um sich zu erholen und etwas zu essen
Da der Wind so kalt und stark war haben viele Unterschlupf hinter großen Steinen gesucht um sich zu erholen und etwas zu essen
Teilweise bestand der Abstieg eher aus rutschen als aus laufen
Teilweise bestand der Abstieg eher aus rutschen als aus laufen
Walle an einem der heiligen Seen der Maori
Walle an einem der heiligen Seen der Maori
Das Panorama ist leider nicht besonders geworden aber wenn man auf die Menschen zoomt dann ist es doch ganz cool :)
Das Panorama ist leider nicht besonders geworden aber wenn man auf die Menschen zoomt dann ist es doch ganz cool :)

- der M.(i6)


Gedanken eines Reisenden

Während einer Reise begegnet man den unterschiedlichsten Menschen.

Man trifft auf Menschen die nach Erholung suchen, Menschen die sich selbst besser kennen lernen wollen, Menschen die einfach nur kein Hotelzimmer mehr buchen konnten und deshalb im Hostel feststecken und viele weitere.

Die Gründe warum Menschen reisen sind denke ich so vielfältig wie die Menschen selbst.

Erstaunlicherweise gibt es jedoch immer wieder einen Typ Mensch, welcher mir an jedem Ort unserer Reise begegnet ist. 
Der frischgebackene Abiturient.
Es ist erstaunlich wie viele Abiturienten, uns eingeschlossen, eine Reise starten die für einige nur einige Wochen für andere ein ganzes Leben dauert. Der Drang die Ferne zu erkunden und hinter den Horizont zu schauen ist zu stark um ihm zu wiederstehen. Doch bei jeder Reise lässt man auch etwas zurück. Familie, Freunde, einen Teil der Heimat. Doch ist man als Reisender heimatslos? (nicht zu verwechseln mit obdachlos).
Ich denke nicht.
Wir sind nun bereits seid fast 5 Monaten fern der Heimat und zugegebener Maßen vermisse ich doch vieles aber revidierend auf die Tage, welche wir auf der anderen Seite der Erde verbachten, so denke ich haben wir auch viele neue Erfahrungen gemacht, vieles gelernt und auch viel Spaß gehabt.
Wir haben ein Auto gekauft.
Wir haben ein Auto repariert.
Und wir haben ein Auto verkauft.
(zum Glück)
Wir sind zu Inseln gekajakt, sind auf Berge gewandert, mit Fahrrädern durch die grünen Hügel Neuseelands gefahren,

haben auf Farmen gearbeitet und Spaß gehabt, haben eine kleine Familie in den Dandos gefunden, waren im Auenland und dort wo sich Pazifik und Atlantik gute Nacht sagen, wir haben in einem Campervan geschlafen, uns mit Menschen aus fast allen Ländern der Welt unterhalten (Hyperbel!), zusammen Essen gekocht (ich habe es zumindest versucht ;) ),
im Einkaufsdjungel den Versuchungen wiederstanden (meistens), Filme geschaut und doch auch immer mal geredet ;).
Es heißt von einer Reise kommt man nie zurück wie man sie begonnen hat und ich muss sagen das stimmt.

Mein weißes Hemd ist leider in die Buntwäsche geraten...

Davon aber abgesehen ist es natürlich wahr. 

Ich denke ich spreche auch für den B. wenn ich sage, dass wir bis jetzt schon viel erlebt haben was uns vielleicht auch in unserem zukünftigen Lebensweg beeinflussen wird.
Wer hätte gedacht, dass ich jemals WR Lehrer werden wollen würde.

(Nicht ernst gemeint^^)
Warum schreibe ich all das?
Gute Frage, zumal wir in 6 Stunden aufstehen müssen und eine 8-10 Stündige Wanderung antreten.

Ich denke ich wollte einmal versuchen meine Gedanken in Worte zu fassen um sie mit euch teilen zu können. 
Eine Reise ist wie eine Achterbahn.

Es gibt Höhen und Tiefen, aber was am Ende zählt ist ob man Spaß hatte und ich denke das trifft doch zu :)

(keine Angst die Reise ist noch nicht zu Ende oder besser "to be continued")

 

-Benjamin 00:22 Uhr 20/11/2016


Das Auenland

 

Okay, zugegebener Weise haben wir uns jetzt lange nicht mehr zu Wort gemeldet. Zu unserer Entschuldigung: Wir waren ... sagen wir beschäftigt. Mit Reisen. Gut, man könnte im Gegenzug sagen, dass das hier ein Reiseblog bzw. -tagebuch ist und er somit unsere Erfahrungen so gut wie möglich wiederspiegeln sollte. Manchmal ist es allerdings nicht schlecht, eine Zeit lang offline zu gehen und sich treiben zu lassen.

 

(Zitat dazu: "Ben, ich geh mal ein bisschen die Stadt exploren, kommst du mit?" - "Nee, ich explore mal lieber das Internet." ... "Okay, bring mir was Schönes mit!" ...Zalando hat leider bis heute noch nicht an unsere Tür geklingelt :/ )

 

Was ist also passiert?

 

Nachdem wir Paihia den Rücken gekehrt hatten, zogen wir weiter nach Hamilton. Aber natürlich nicht, ohne zuvor noch den legendären "Ninety-Mile-Beach" (tatsächlich ist er gar nicht Neunzig Meilen lang...die Geschichte warum er so heißt dafür gefühlt 90 Minuten) und das "Cape Reinga" zu besuchen. Da den Maori-Legenden nach die Seelen der Verstorbenen von dort aus ihre Reise ins "Hawaike", sprich: Die Unterwelt (bei ihnen allerdings positiver gedacht als bei den alten Griechen), war diese felsige, windige Küste schon ein besonderer Ort. Und noch dazu sehr windig! (Hatte ich schon erwähnt, dass es dort windig war?!) Aber ich kann mir gut vorstellen, warum die Maori gerade das Cape Reinga als Tor zur Unterwelt gewählt haben...dazu kommt noch, dass die Seelen über den "Ninety-Mile-Beach" dort hin "reisen"! Das stell ich mir auch nicht schlecht vor :D

(Wir sind glücklicherweise quicklebendig vom Kap zurück gekehrt. Ein paar Impressionen zu diesem Ausflug könnt ihr im in Kürze folgenden Video sehen)

 

Als wir dann in Hamilton angekommen waren - waren wir nicht allein. Denn Richard und Maggi waren uns wieder einen Schritt voraus und wir fanden uns kurzerhand im selben Hostel wieder! Außerdem hatten wir uns mit Chiara, einer ehemaligen Kollegin von UNICEF (und nun Freundin von uns) verabredet und die Tage in Hamilton gemeinsam verbracht. Ach ja, außerdem waren noch der David und Fabian zufälligerweise im selben Hostel, da sie zur Zeit in Hamilton auf Baustellen arbeiten (wobei David nur dort gegessen und das Internet genutzt und des nachts in seinem Auto geschlafen hat)!

 

CLIFFHANGER

(an sich ist gerade das Internet einfach zu langsam, sodass ich keine Bilder hochladen kann, was aber für den Esprit des Eintrags recht wichtig wäre...deshalb geht es dann morgen weiter und ich verkaufe das ganze einfach mal als Cliffhanger)

(Außerdem hab ich keine Zeit mehr, weil Ben jetzt Skypen möchte ^^)

Ihr kennt es, ihr liebt es: Das Auenland! Zusammen mit Maggi und Richard haben wir auf einem Tagesausflug das Filmset aus dem "Herrn der Ringe" und dem "Hobbit" besucht. Wir haben uns einfach wirklich wie in Mittelerde gefühlt! Von der Filmmusik, die während der Busfahrt lief, über das Gasthaus zum "Grünen Drachen" (in dem es wirklich gutes Bier gab!) und das Häuschen mit dem Wasserrad bis hin zu den vielen kleinen Details, mit denen die Hütten und Wege ausgestattet waren. Sie hatten sogar kleine Hobbit-Klamotten auf Wäscheleinen gehängt!! Leider hatten wir nicht so viel Zeit, um uns umzuschauen und die Gegend selbst auszukundschaften, da wir immer bei der Gruppe bleiben mussten und es nicht gestattet war, alleine loszuziehen. Weil jeden Tag an die 2500 Besucher dort hin kommen, gibt es wahrscheinlich dieses recht straffe Programm. Aber wir haben einen guten Eindruck bekommen und uns dort sehr wohl gefühlt. Funfact: Das Filmset ist auf Privatgelände gebaut, was heißt, dass der Bauer, dem das Land gehört, dort jeder Zeit wenn er Lust hat lang spazieren kann. So ein Glückspilz, ey!

Mit der Zeit haben wir Hamilton dann aber den Rücken gekehrt und sind nach Rotorua weiter gezogen. Als wir das erste Mal Fuß auf dieses für uns neue Stückchen Land gesetzt hatten, fiel uns erstmal eine Sache auf: Es stank. Nach faulen Eiern. Das lag an der geothermischen Aktivität, also die heißen Quellen, die praktischer Weise direkt in der Stadtmitte zu finden sind! Deshalb ziehen dort an allen möglichen (und unmöglichen) Stellen, Dunstschwaden durch die Gassen. Aus Gullideckeln, Erdlöchern, schlammigen Tümpeln... Es ist mega cool! Und Rotorua als Stadt ist auch absolut sehenswert und es gab viel zu sehen. Während unserer Zeit dort haben wir vor allem viel mit Friederike unternommen. Friederike aus Berlin. Wir waren Wandern, die Stadt auskundschaften (also ich, Ben war, wie gesagt, das Internet auskundschaften) und nochmals Wandern. Anfang Dezember werden wir dann zusammen den Abel Tasman Coastel Track wandern. Falls du dich gerade fragst, ob Friederike gerne wandert: Ja, tut sie ;)

Nun sind wir in Taupo. Am "Lake Taupo". Ich sitze in der Hostel Küche des YHA-Hostels, umgeben von anderen Travellern, die in Gespräche vertieft sind oder gebannt auf ihre Smartphones starren. Insgesamt ist die Atmosphäre hier anonymer als in den anderen Hostels davor, ich weiß nicht genau warum. Dagegen ist Taupo an sich wieder mal einfach beeindruckend. Ähnlich aufgebaut wie Rotorua, mit vielen netten Cafés und Restaurants, liegt die Stadt an dem größten Binnensee Neuseelands, der eher einem kleinen Meer ähnelt, als einem See. Halt nur mit riesigen Bergen am Horizont, deren Spitzen teilweise von Wolken verdeckt sind. 

 

Ich muss sagen, dass das Reisen an sich teilweise anders ist, als ich es mir vorgestellt habe. Im Moment reisen wir vor allem von Hostel zu Hostel, so mein Eindruck, wobei wir natürlich trotzdem viele tolle Sachen sehen und Leute kennen lernen, keine Frage. Gestern zum Beispiel bin ich zu einem Basketballplatz gegangen, um ein paar Körbe zu werfen. Als ich mich einer Gruppe von Spielern näherte - ich habe nicht einmal den Mund ausgemacht - rief einer schon: "HEY, BRO! YOU WANNA JOIN US? 3 AGAINST 3?" Wir haben gespielt, bis es dunkel war ... echt wie damals :) . Oder gerade eben hat sich Walter aus Hamburg zu mir an den Tisch gesetzt und mir einen Tee angeboten...

ach, eigentlich ist das alles gar nicht mal schlecht und nicht so anders von meiner Vorstellung vom Reisen - ich muss mich korrigieren :D . Ich hatte nur das Gefühl, so absurd es klingt, in letzter Zeit einfach viel zu unternehmen, viel zu machen, aber doch nichts zu machen. Viel mit Leuten zu reden, aber immer das gleiche ("WAAAS?? DU AUCH AUS DEUTSCHLAND? WO KOMMSTEN HER? WIE LANG BISTE IN NZ? ....). Und wenn man Leute kennenlernt, muss man sich nach ein paar Tagen auch wieder verabschieden. Ich würde gern etwas weniger Leute, aber dafür tiefgründiger kennenzulernen. Weniger "must-do-places" zu besuchen und mehr Zeit an schönen, unbekannteren Plätzen zu verbringen. Gestern fuhr ein Auto an uns vorbei mit dem Kennzeichen: "GO LIVE" ... ich werd's versuchen ;D

 

Lasst es euch gut gehen, ich denke an euch!

~ euer Badem. Sa. 19.11.2016


Ich werfe mal wieder ein paar Bilder zwischen die Texte.

-Ihr wisst schon wer ;)

Steve an einem "manly powertool" in der komplett ausgestatteten Garage

Aisha, der Hund der Bakers beim klettern am Strand

Die "Scheiben" der Hundertwasser-toilette in Kawakawa (falls man gerne mal mit Stil für kleine Backpacker muss^^)

Und das etwas verwirrende Innenleben


Party am Strand

 

Es ist Vormittag in Paihia, an der Bay of Islands. Ich sitze mit dem M. , Magdalena und Richard am Frühstückstisch draußen in der Sonne - Moment. WAS?! Richard und Maggi? In Neuseeland?

Jap. Die beiden sind nun schon seit einigen Tagen in Neuseeland und direkt schon mal zur Bay of Islands gefahren. Wir haben dafür vier Monate gebraucht! Aber gut, nun sind wir hier! Doch was ist eigentlich in den letzten Tagen Spannendes passiert?

 

Nachdem wir einige Tage bei Steven und Jackie weitestgehend entspannt hatten (abgesehen von ein paar kleinen leichten Aufgaben ... wie die Fenster zu putzen und den Rasen zu mähen. So richtig mit einem Benzin getriebenen Rasenmäher zum drauf sitzen! Ich hatte damit sehr viel Spaß :D ), wollten wir am Donnerstag mal wieder etwas für die Oberschenkelmuskeln tun. Darum fuhren wir voller Energie und mit Enthusiasmus mit den Fahrrädern von den Bakers zu einem Wander-Track in der der Nähe von Whangarei. Nach etwa 1 und ner halben Stunde Fahrt in der Sonne (und vielen Hügeln) standen wir also vor dem "Eingang" zum Pfad. Dieser, so stellte sich heraus, wird aber gerade geupgradet. Flip. Bis zum 30.11. geschlossen. "Trespassers will be prosecuted". Natürlich konnten wir aber nicht einfach aufgeben! 

 

Wir nahmen einfach den Wanderweg auf der anderen Straßenseite. Der war kürzer und ebenfalls sehr schön.

Hier siehst du die einzige Öl-Raffinerie Neuseelands ... wie raffiniert! ;)
Hier siehst du die einzige Öl-Raffinerie Neuseelands ... wie raffiniert! ;)
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Der Wanderweg trug uns hoch hinaus. Das haben wir dann auch in den Beinen gespürt. Unsere Anstrengungen haben sich aber auf jeden Fall gelohnt, allen voran wegen der faszinierenden Natur des neuseeländischen Busches. Außerdem gab es dort viele größere Gesteinsbrocken, an denen man sehr gut klettern konnte. Das haben wir an manchen Stellen auch gemacht und sind dabei natürlich absolut waghalsig und ungesichert vorgegangen, wie in obigem Bild ersichtlich. Kommentare bitte in die Kommentare :P . Nein, selbstverständlich haben wir auf unsere Sicherheit geachtet und hatten dort oben einfach Spaß. Wie schön, dass dort keine Touristen waren...

 

Doch mit diesem sportlichen Outdoor-Donnerstag war es noch nicht getan! Nachdem Steven Freitag Abend von der Arbeit wieder zu Hause war, führte er uns ein wenig zum Wald, der sich hinter dem Grundstück anschließt. Okay. Das klingt eher nach dem Anfang von einem schlechten Horrorfilm. Ich will es anders formulieren: Er zeigte uns den Kiwi-way-of-life, also was ein Neuseeländer nach einem anstrengenden Arbeitstag noch so macht. Das heißt, einen steilen Abhang im Wald hinunter zu schlittern und dabei zu versuchen, an den Bäumen ein wenig Halt zu finden. Außerdem, einem Bachlauf zu folgen, der einen zu faszinierenden Wasserfällen führt. Das heißt, in einem der natürlichen Swimmingpools, die der Bach auf seinem Weg formt, ein kurzes erfrischendes Bad (nackt, oh Schreck lass nach!) zu nehmen und sich wie ein richtiger Abenteurer zu fühlen. Das heißt, nach dieser kleinen Erkundungstour eine große Lammkeule anzuschneiden und zusammen mit gebackenen Süßkartoffeln (Kiwi-Slang: Kumara ), Kartoffeln und Möhren zu verzehren. Da wachsen die Brusthaare!

Doch schon bald mussten wir uns auch von Steven und Jackie wieder verabschieden. Allerdings brachten sie uns erst noch mit dem Auto nach Paihia. Ich muss wirklich sagen, dass die Bakers einfach wirklich humorvolle, nette und gastfreundliche Menschen sind und sie unsere Reise sehr bereichert haben! ...das wollte ich nur mal gesagt haben :D . 

Und nun sind wir, wie schon erwähnt, in Paihia. Und Paihia ist ... anders. Wir sind hier in einem kleinen Dörfchen direkt am Meer, das Hostel nur 10 Minütchen vom Strand entfernt. Natürlich trafen wir gestern Abend erstmal wieder auf Deutsche. Konkret: Simon. "Eh, kommt mit zum Strand, da geht voll die Party ab! Is' ja Feiertag un so und Feuerwerk." Als wir uns dann haben breitschlagen lassen und zum Strand gegangen sind, war niemand da. Naja, wir haben uns einfach hingesetzt und uns unterhalten. So ist das manchmal in Neuseeland. Man kriegt nicht immer, was man erwartet, aber dafür vielleicht viel Schöneres.

~der Badem. So. 06.11.2016



Whangarei oder: Wie wir von einer Wwoofing-Familie, bei der wir viel gearbeitet haben, zur nächsten gekommen sind, bei der wir nicht arbeiten, aber wohnen können 

 

Tropf, tropf, tropf- macht der Regen, während er an die Fenster und auf die Dachterrasse prasselt. Ben und ich sind drinnen im Warmen, bei Tee und lauschiger Jazz-Musik. Ich liege auf einem Sofa neben der Maschine, an der man sich kopfüber aufhängen kann, um den Rücken zu entlasten. Auf der anderen Seite steht der Flachbildfernseher mit Surroundsound-Anlage. Wie kam es zu dieser für uns so surreal wirkenden Situation?

 

Letzten Dienstag sind wir ausnahmsweise einmal früh aufgestanden - dafür dann aber auch sehr früh: Um 5. Während ich mich mühsam durch meine 6 Stunden Schlaf gekämpft und 4 Mücken erschlagen hab', hat sich Ben kurzerhand einfach entschieden, gar nicht zu schlafen und hat die ganze Nacht Serien geschaut. Dann ging es mit Edwin, der an drei Tagen in der Woche in Auckland arbeitet, zur genannten Stadt, ihren vielen verschiedenen Grautönen, zum Hafen der Backpacker, zur Hektik der Queenstreet und den fröhlichen Gesichtern seiner Bewohner. Grund für unseren kleinen Ausflug war zum einen, dass Ben seine Festplatte wieder zum Elektro-Shop zurück bringen wollte, da sie nicht funktioniert hat. Das war an sich ein guter Gedanke, der einzige Haken war nur, dass wir die Quittung nicht dabei hatten, was im Allgemeinen schlecht ist, wenn man etwas umtauschen will. Zwar hat Ben deshalb sein Geld (noch) nicht zurück bekommen, dafür kamen wir dann mit einer anderen frisch gekauften Festplatte und einem "Marley"-Lautsprecher bestückt aus dem Laden wieder heraus. 

 

Der Verkäufer in HB-Hifi: "Oh, you are from Germany? I've been to Germany together with my girlfriend. At the Octoberfest ! Man....you guys know how to drink!"

 

Zum anderen wollte ich die Gitarre, die ich mir von meinem Ex-UNICEF-Kollegen Rhodry ausgeliehen hatte, zu seinem Freund zurück bringen (Rhodry ist zur Zeit in Nelson auf der Südinsel und naja... einfach mal schnell da hin zu fahren wäre leicht aufwändig). Selbiger war ein absoluter Kiwi. Verpennter Blick, verpeiltes Grinsen und chaotische Mähne. ("Yeah bro, sweet as, thanks, bro...") So. Mission accomplished. Was sollten wir jetzt noch so in Auckland anstellen?

...am besten nichts. Zwar tat der kurze Ausflug in die Großstadt ganz gut als Ausgleich zum Lande, aber wir waren auch ganz froh, mit dem frühsten Bus wieder zurück fahren zu können!

 

Und weiter? Nun, am Donnerstag haben wir mal wieder in der Grundschule der Dando-Boys vorbeigeschaut. Zu lange darf man sich ja als Ex-Gymnasiast auch nicht von der Schule fern halten, sonst können unter Umständen Entzugserscheinungen auftreten (Häufig: Entspannung, Seltener: Zeit, Netflix, Bücher lesen, Sehr selten: Der verzweifelte Drang, mal wieder wenigstens ein paar Mathe-Aufgaben zu rechnen. Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Ben oder Bademeister! Wenn Ihnen Nebenwirkungen auffallen sollten, die hier nicht gelistet sind, schreiben Sie es bitte in die Kommentare!). Zuerst hatte der Schulleiter Mr. O'Bryan leider nichts wirklich für uns vorbereitet, weshalb wir die erste Stunde damit verbracht hatten, zusammengerollte, dreckige, nasse Teppiche vom "Show-Day" (einer Art Tag-der-offenen-Tür) zum Trocknen auszurollen (ich hatte mich extra schick angezogen! :/ ). Nach der Frühstückspause allerdings, ging es dann an's Eingemachte: Ben erklärte den Kleinen etwas über Stromkreisläufe und ich brachte ihnen etwas über Brüche bei. War auf jeden Fall wieder echt lustig, aber ich hab auch echten Respekt vor der Arbeit der Lehrer, denn nicht alle Schüler sind ruhig, interessiert und aufmerksam :D .

 

Am Abend gab es dann noch Pizza nach einem Rezept meiner Oma. Das heißt ...Gemüsekuchen, der "Pizza" genannt wird! Nachdem wir also alle zusammen gegessen hatten und das Blech fast lehr war, teilte ich den drei Jungs der Dandos mit, dass sie gerade jede Menge gesundes Gemüse gegessen hatten. Reaktion: "AAAAHHHHHH!!!! THIS HAPPENS WHEN YOU LET GERMANS INTO YOUR HOUSE!!!" (Henry) Am Freitag verabschiedeten wir uns dann von allen, machten Fotos und versprachen, Anfang März noch ein Mal vorbei zu schauen. Dann ging es nach Whangarei.

Whangarei
Whangarei
der Ausblick vom Haus der Bakers
der Ausblick vom Haus der Bakers

Whangarei (sprich: [Fangarai] ! ) ist....nett. Nicht zu groß, nicht zu klein. Englischer als vergleichbare neuseeländische Städte, aber trotzdem noch irgendwie Maori-mäßig. Und vor allem ist es am Meer. Das Schöne ist, dass Toni einen Onkel hat. Und dieser Onkel, nennen wir ihn einfach mal Stephen, wohnt mit seiner Frau Jacqueline auf einer Farm auf dem Land. Dort wohnen wir jetzt. Die letzten Tage sind wir also mit den beiden kreuz und quer durch das Umland Whangareis gefahren und haben uns fantastische Inseln, Strände und andere Orte angesehen. Allen voran erstmal die Whangarei-Falls. War man gerade noch im Stadtzentrum, "stolperte" man praktisch direkt in wunderbare Natur und zu diesen beeindruckenden Wasserfällen. 

Auch waren wir das aller erste Mal im Pazifischen Ozean schwimmen. Es war, gelinde gesagt, erfrischend (na gut, es war schweinekalt!). Dabei hatten wir echt Spaß daran, uns gegen die mannes-hohen Wellen zu werfen und unterzutauchen. In der Sonne war es dabei eigentlich recht warm und wir hatten wunderbar fettige, knusprige Fish'n'Chips am Strand. Richtig klasse war auch "Kukutawhao"-island (oder sollte ich lieber sagen: KukutaWOW ? :D ), eine Insel, die nur bei Ebbe zu erreichen ist. Über einen Pfad gelangten wir nach kurzer Zeit des durch-den-neuseeländischen-Busch-Laufens zum Aussichtspunkt. WOW.

Auch war die Insel super zum Klettern und Gesteinshöhlen-Erforschen. Auf einer Seite der Inseln waren zwei Angler, mit denen ich ein bisschen gequatscht hab. Ich musste mich zurück halten, um sie nicht zu einem Pokémon-Kampf herauszufordern! Auch tauchte leider kein Mew plötzlich aus dem Gebüsch auf :( . Trotzdem war es einfach ein tolles Erlebnis!

 

Nach all diesen krassen Erlebnissen braucht man aber doch auch mal ein wenig Ruhe. Du wirst es mir vielleicht nicht glauben, aber Reisen kann wahnsinnig anstregend sein! Deshalb haben wir uns davon heute mal einen Tag Frei genommen und sind im Haus der Bakers geblieben. Es tut unglaublich gut. Denn, und das ist mir jetzt zum ersten Mal richtig klar geworden, es ist zwar schön, all diese beeindruckenden Plätze zu besuchen, zu wandern und Fotos zu machen, aber man kann sehr schnell in eine Art Sog geraten, in dem man immer mehr und mehr machen muss. Es kann auf Reisen sehr schwierig sein, einen Ausgleich zu schaffen, Zeit für sich und vor allem einen Rhythmus (etwas, was man am wenigsten hat: Einen funktionierenden Tag-Nacht-Rhythmus ^^) zu finden. Wenn du, lieber Leser, zu jenen gehörst, die noch zu Schule gehen, oder aber bereits in der Arbeitswelt dein Unwesen treibst, wirst du dich wahrscheinlich fragen: "Was hat der denn?! Der reist mit seinem Kumpel am anderen Ende der Welt, schläft kostenlos in tollen Häusern mit netten Leuten und hat genug Knete, um das ganze auch noch ne Weile so zu machen!" . 

... das stimmt auch ;D . Allerdings kann auch "zu viel Freiheit" wirklich erdrückend sein und man muss sich überlegen, was man mit seiner Zeit eigentlich anstellen möchte und vor allem wohin man möchte. 

 

Aber genug philosophiert. Dieser Eintrag ist eh schon wieder viel zu lang. Viele liebe Grüße, Happy Halloween und bis bald! :)

 

~ der Badem. Mo. 31.10.2016

 


Die Schafwanderung...

Ja, lieber Bademeisterblog-Liebhaber, es gibt wieder ein Video und damit etwas zu gewinnen!

Beantwortet einfach die folgende Frage: Welche Tiere sind in dem Video zu sehen? Sind es:

Giraffen

B Einhörner

C Schafe

?

Die/ der Gewinner_in des Gewinnspiels wird beim nächsten Video bekanntgegeben und darf sich über 20 Säcke Hühnerdung freuen. Viel Erfolg!!!

 

Der Gewinner des letzten Gewinnspiels wäre Jonas K. aus Weimar gewesen. Da das Mindestalter allerdings 18 Jahre beträgt, hat Donald T. aus Manhatten, New York gewonnen. Viel Freude mit der Mikrowelle! :)


Jazz-Hiphop-Unkraut-Rap(1)

 

"Time is the teacher, life is the lesson,

life is a journey and I got so many questions!"

 

 - Warkworth-Logbuch No.4 - 

Ben und ich sind jetzt schon länger als 3 Wochen auf der besagten Farm. Den Umständen entsprechend geht es gut(2). Trotz der Wasserknappheit haben wir es geschafft, durch Verdunstung und aufwändige, geheime, chemische Prozesse Wasser zu gewinnen (dabei trat unter anderem Gold als Abfallprodukt auf. Wir haben es auf den Kompost geworfen). Gestern habe ich versucht, meinen mittlerweile bis zum Bauchnabel reichenden Bart zu stutzen(3). Mit einem Cutter-Messer. Ich sehe jetzt aus, wie ein Statist aus den "Hobbit"-Filmen. Ben hat in der Zwischenzeit ein FLAK-Abwehrsystem gegen Mücken installiert, was uns nun sehr zu Gute kommt.(4)

 

Unsere Unterdrücker waren über's Wochenende nach Waiheke-Island gefahren, um es sich gut gehen zu lassen. Vorher haben sie uns noch eine unverschämt große Menge an Erdnussbutter, Eiscreme, Toast und Yoghurt aufgezwungen(5). Kannst du dir das vorstellen?! Wir wussten gar nicht, was wir mit dem ganzen Essen machen sollten. Deshalb haben wir es einfach gegessen. ...schrecklich! Auch hatten wir das Haus und vor allem den Fernseher und die Küche ganz für uns alleine. Das war für uns, die ja seit Monaten nur in Gefangenschaft leben, zu viel Freiheit auf einmal und wir haben es etwas übertrieben. Wir haben Pizza gemacht(6) und - ich kann es kaum fassen - Filme geschaut.

 

Natürlich mussten wir allerhand anstrengende, psychisch und physisch zermürbende Arbeit im Garten erledigen. Ich habe nach den Kühen und Schafen gesehen und musste ein Flaschenlamm (Namens Zootwo) morgens und abends mit 500 ml Milch füttern (Mischverhältnis 1:5). Ich musste mich sehr überwinden.

...

Außerdem mussten wir an die 25 Schafe und deren Lämmer von einem Abschnitt des Grundstücks in einen anderen treiben. Ich kann es kaum fassen. Der Unterdrückte wird zum Unterdrücker, der Sklave zum Sklaventreiber. Noch immer spüre ich diese verzweifelten, hasserfüllten Blicke der Schafe auf mir, die zu sagen schienen: "Wir dachten, du wärst einer von uns?" Danach mussten wir uns erstmal eine Pause gönnen. Insgesamt fühle ich mich die ganze Zeit viel zu entspannt. Es ist gruselig. Gestern und vorgestern standen wir einige Stunden draußen im Garten und haben in der prallen Sonne Unkraut gejähtet (Ben: "Unkraut geerntet"). Dabei haben wir eine Playlist gehört, die sich Ben illegal gedownloaded hat (7). Hiphop-Jazz. Nichts hätte meine Gedanken und Gefühle über unsere Situation, die harte Arbeit und das "Eins-sein" mit der Sonne und Erde besser zum Ausdruck bringen können.

 

Nun sitze ich mit Bens Laptop im Haus, während der Herr draußen die Beete umgräbt. Ben schläft derweil noch. Schwer zu sagen, wie lange wir diese Art der Unterdrückung noch aushalten können. Die Herrin meinte doch tatsächlich gerade zu mir, dass wir heute früher Schluss machen und zum Strand fahren können! Wie schlecht es uns doch geht... (8)

 

~ der Badem. Mo. 24.10.2016

 

(1) Wie du als aufmerksamer Leser vielleicht bemerkt hast handelt es sich hier nicht um einen echten "Jazz-HipHop-Unkraut-Rap" da fragt man sich wer war der Depp der diese Reime schrieb der fängt sich doch gleich einen Hieb ;) ok sorry ich hör schon auf ^^

(2) Um 11 Uhr aufstehen kann schon echt hart sein -.-´
(3) Als ob der hatte höchstens Marx-länge :D

(4) Um ehrlich zu sein ist der B. eher die Flak als ich...
      Da will man in Ruhe die Nacht durchmachen und Serien schauen und neben einem springt alle 10

      Minuten jemand auf, klatscht etwas gegen die Wand und sucht dann das Zimmer mit dem Handy nach

      der Beute ab ^^ (Hierbei sei hinzugefügt, dass es grade 02:57 ist und ich keinen Spaß mache wenn ich    

      die Nacht durchmachen sage...)

(5) Nicht zu vergessen Schokolade :D

(6) "Pizza" = Gemüsekuchen ^^ aber es war lecker :)

(7) ... es ist eine Youtube-playlist, welche legal downloadbar war. Ihr glaubt mir nicht dann hört selbst rein

      :) https://www.youtube.com/watch?v=DKSzY7Dg-rA

(8) Leider war spielte dads Wetter nicht so richtig mit und wir konnten leider nicht zum Strand :/ dafür gab

      es am Abend aber Kuchen :D

Neulich haben wir dieses Foto in den Unterlagen des Massas gefunden. Der Titel auf der Rückseite lautet: "Deutscher Soldat im Schützengraben vor Warkworth, um 2016. koloriert
Neulich haben wir dieses Foto in den Unterlagen des Massas gefunden. Der Titel auf der Rückseite lautet: "Deutscher Soldat im Schützengraben vor Warkworth, um 2016. koloriert

Diese Backpacker haben ihren Van, den sie für 1600 $ gekauft haben, für 2000 $ verkauft -

Backpacker hassen sie!

 

Das Leben hier auf der Farm der Dandos geht seinen gewohnten Gang. Die Hühner laufen tagsüber draußen auf dem Hof herum, Ben und ich hämmern irgendwas mit Edwin gemeinsam zusammen, Toni läuft den Jungs hinterher und kocht, Zootwo und die drei Kälber erkunden das Feld mit den neu gepflanzten Bäumen ... - Moment mal. WAS?! Die sollten da doch gar nicht hin, irgendjemand (oder ... irgendetwas *creepy ) muss das Tor offen gelassen haben. Als Edwin gestern von der Küche aus die vier Tiere auf dem Feld hat rumstreunern sehen, war der Schrecken groß. Denn Tiere, vor allem diese Tiere, knabbern gern mal an Pflanzen rum oder reißen sie aus der Erde. Deshalb ist er erstmal den ganzen Weg zu den Bäumen runter gelaufen, um dort Ordnung zu schaffen.(1)

 

Meanwhile in the kitchen: "Mist. Die Thüringer Klöße schmecken nicht nach Thüringer Klößen, sondern nach ungekochten Kartoffelbällchen." Ja, lieber Leser, wir haben mal wieder unsere gute alte Hausmannskost auf den Abendbrottisch gebracht - Rinderrouladen mit selbstgemachtem Rotkraut und Klößen. Nur dass die Klöße dann doch dahingehend modifiziert werden mussten, dass wir sie nochmal in Scheiben geschnitten und gebraten haben. Dann hatten wir mehr so kleine Kartoffelpuffer, war aber akzeptabel (dazu Henry: "They taste like hashbrowns!" ...wem Hashbrowns nix sagen: Macht nichts, ich hab da zuerst auch an alles mögliche, aber nicht an fritierte Kartoffelbällchen gedacht ;D ). Zu guter letzt war dann auch das Tiere-im-Bäume-Feld-Problem gelöst (was mich etwas an "Pettersson und Findus" und "Aufruhr im Gemüsebeet" erinnert hat...wem das was sagt ^^), wir haben zusammen gegessen und abschließend mit Edwin und Toni einen Film über Weimar geschaut. Naja, genauer gesagt war es ein Film über Buchenwald, nämlich "Nackt unter Wölfen". Also ein fröhlicher Abschluss des Samstag Abends!(2)

 

Darüber hinaus haben wir uns natürlich auch mal Gedanken darüber gemacht, wie denn unsere Reise eigentlich weitergehen soll. Denn bis jetzt haben wir fast vier Monate nur in Auckland und Umgebung verbracht - also so ungefähr das Gegenteil von dem, was deutsche Backpacker, die nach Neuseeland fliegen, normalerweise tun! Denn der/die average deutsche Backpacker_in kommt mit einer Organisation hier an (Anmerkung: Dies soll keine Kritik an Organisationen jedweder Art, noch ihren Dienstleistungen und/oder Nutznießern_innen darstellen. Der Fakt, dass viele Reisende mit Organisationen hier ankommen, ist letztlich einfach nur ein Fakt!), bleibt so lange in Auckland, bis er/sie Bankaccount, Steuer- und Handynummer beisammen hat (was nicht lange dauert, weil es ja durch eine Organisation..nun ja, organisiert ist!) und ein Auto gekauft hat (also nur 2 bis 3 Tage) und reist dann so schnell wie möglich durchs Land. So was haben wir nicht gemacht.(3)

 

Wir haben uns erstmal einen Van gekauft, wie du ja vielleicht noch weißt. Für 1600 wunderhübsche Neuseeland-Dollar. Nachdem wir ihn aber nach zwei Wochen kostenintensiv reparieren lassen mussten und er neulich auf der Fahrt nach Warkworth wieder ein eigenartiges Geräusch von sich gegeben hat, haben wir gesagt: "Nee, da haben wir jetzt kein Bock mehr drauf!" . Wir wollten ihn verkaufen. Gesagt, getan. Eine Annonce auf "trademe" gestellt und jeweils einen Zettel im "Base" - und Youth Hostel aufgehängt (also...aufhängen lassen :D . Dafür nochmal ein Dankeschön an Hjördis, falls du das hier ließt!) und gewartet. Es haben sich sogar recht viele Leute in den nächsten Tagen gemeldet! Am besten fand ich einmal den Südamerikaner, der unter allen Umständen nur 1400 $ bezahlen wollte. Als ihm Ben eine ziemlich lange erklärende SMS geschrieben hat, schrieb er zurück: "Hey, dude, you don't have to write me an essay. just accept my offer or not!" ....was soll man dazu nur sagen?(4)

..."Goodbye my almost lover ..."

Auch gut fand ich den Typen, der uns sein Auto zum Tausch gegen unseren Van + 500 $ angeboten hat ^^. Wir mussten uns echt zurück halten, um darauf nicht einzugehen ... *hust(5)

 

Naja, schließlich kam dann unsere Rettung. Und tatsächlich hätten wir mit den beiden nicht mehr Glück haben können: Sean und Joy kommen aus Kanada, waren dort Reisebusfahrer und Tourguides und wollten so schnell wie möglich ein Auto kaufen. Deshalb kamen sie gestern extra nach Warkworth, um sich "Sylvia" anzuschauen. Ich wusste ja, dass Kanadier sehr umgänglich und unkompliziert sein sollen (so hab ich mir sagen lassen ;) ) - und das hat sich auch bestätigt. Nach einer Stunde des Nett-miteinander-Redens und nachdem der Van gründlich inspiziert und eine Testfahrt gemacht wurde, saßen wir zusammen im Café und haben den Papierkram erledigt (dabei handelt es sich nicht um irgendein Café, sondern um das GINGER-Café in Warkworth, bei dem ich - so muss ich gestehen - schon viel Geld losgeworden bin ). Und obwohl wir wirklich alle Karten offen auf den Tisch gelegt hatten - so zum Beispiel, dass wir nur 1600 $ für das gute Stück bezahlt hatten und den Van reparieren mussten - und das komische Geräusch - wahrscheinlich vom Keilriemen - zu hören war, haben wir alles gemeinsam unterschrieben und sind mit 2000 $ in Bar nach Hause gefahren. Noch kurz Kontaktdetails ausgetauscht, für den Fall, dass ich mal in "British Columbia" in Kanada bin und Wandern gehen will (was ich will :D ) und BANG! So haben wir also unseren Van verkauft.

 

Und wie geht es weiter? Nun, wir haben einen recht günstigen Anbieter für Bustouren durch ganz Neuseeland gefunden. "Nakedbus" . Damit kann man 20 Strecken auf beiden Inseln + die Fährüberfahrt genießen. Wir wollen also ab November zuerst den nördlichen Teil der Nordinsel und ein paar Highlights wie "Rotorua" und "Lake Taupo" erkunden und anschließend auf die Südinsel übersetzen. Auf zu neuen Abenteuern! Wuhuuu!!!

Auf Wiedersehen, Sylvia! :(
Auf Wiedersehen, Sylvia! :(

Wenn du die wirkliche neuseeländische Kultur kennen lernen willst, dann sieh dir dieses Video aus der Serie "Flight of the Conchords an" :D

~ der Badem. So. 16.10.2016

 

(1) Und sich mit dem Nachbarn über einheimische Bäume und deren Nutzen zu Bodenfestigung zu unterhalten
(2) Kein Wunder das Toni dann doch lieber früher ins Bett wollte um entspannt ihr Buch über Sklaverei zu lesen um die bedrückte Stimmung zu verdrängen ^^  (Edwin, der B. und ich haben dann mal wieder eine Folge Flight of the Conchords gekuckt :D  )

(3) Wir haben uns bevor wir ankamen allerdings auch einen Plan zurecht gelegt. Erst Wwoofing, dann arbeiten und dann reisen. Wobei wir zugegebener weise immer noch nicht gereist sind ^^

(4) Man könnte darauf mit dem Lied aus dem Video antworten. Ich finde das passt ganz gut.

(5) Hätte er noch eine Tafel Schokolade und ein Kinoticket drauf gelegt wäre ich drauf eingegangen ;)

 

Unsere Zeit in Auckland lässt sich auch durch dieses Lied beschreiben :D


Schafe zählen

 

Es ist Dienstag, viertel nach zehn. Zeit für einen Blogeintrag! Der Ben ist mit Toni, die ein paar Sachen in der Stadt erledigen möchte, in Warkworth, um sich "ein wenig umzukucken" (und wahrscheinlich, um Fotos zu machen (was gut ist) und Pokémon zu fangen (was auch sehr gut ist!)). Deshalb bin ich Momentan Hausherr und Herr über den Laptop. Und - AHH - meine Beine jucken so krass wegen der vielen Mückenstiche!!

 

Wie du vielleicht mitbekommen hast (wenn nicht, schau dir das Video weiter unten an und fahre dann fort), haben die Schafe hier auf der Farm Lämmer bekommen! An die dreißig mittlerweile und es werden immer mehr! Deshalb ist es auch nie wirklich still, wenn man draußen ist. Irgendwo meckert immer mal ein Lamm und ein paar andere antworten (ganz ohne Social Media! Die teilen sich unmittelbar mit, wenn ihnen was gefällt und wenn nicht). Das ist aber noch nicht alles. Das flauschigste, süßeste, am wenigsten scheue und niedlichste Lamm ever ist "Zootwo". Zootwo ist ein Trilling, wurde aber von der Mutter verstoßen und daher mit der Flasche großgezogen. Deshalb kommt sie einem immer fröhlich entgegengelaufen, lässt sich streicheln (und knabbert an meinen Armen und Beinen rum) und folgt einem auf Schritt und Tritt (wie Pikachu in den ersten paar Pokémon-Editionen :D ). Und hab' ich schon erwähnt wie unheimlich NIEDLICH dieses Lamm ist??

Zwar wurden dieses Jahr viele Lämmer geboren, allerdings starben leider einige von ihnen nach ein paar Tagen. Auch Zootwo ist nur knapp dem Tod entronnen, wobei ich mir jetzt kaum vorstellen kann, dass sie mal schwach und kränklich gewesen sein könnte! Eines der Lämmer lag für einige Tage im Haus, provisorisch mit einem Heizkissen und einer Decke warm gehalten. Anfangs trank es auch noch ein wenig von der Milch und schien auch wieder zu Kräften zu kommen. Schließlich hörte es dann aber komplett auf, zu trinken und starb. Das so mit zu erleben, war ... traurig. Nachdem man sich um das kleine Lamm gekümmert und versucht hatte, wenigstens ein paar wenige Tropfen Milch in es hineinzuschleusen, zu sehen, wie es sich letzten Endes nicht mehr bewegte ... naja, so ist das halt in der Natur. Hoffentlich ist es jetzt im Lamm-himmel und hat es dort gut :D .

 

Okay, ich sehe ein, dass der Eintrag bisher ein wenig "schaf- bzw. lammlastig" war. Natürlich haben wir die letzten Tage nicht nur Lämmer gestreichelt und gefüttert! Tatsächlich haben wir wirklich harte Arbeit geleistet! Nachdem wir das Bäume-Projekt erstmal pausiert hatten (es stehen noch so 600 Bäume aus), widmeten wir uns, zusammen mit Edwin erstmal schweren, körperlichen, männlichen Aufgaben. So zum Beispiel Rugby schauen am Sonntag Morgen! Die "All Blacks" haben Südafrika natürlich komplett zerstört, mit einem überragenden Ergebnis von 55 zu 15! Das war vielleicht nervenaufreibend :P

Davon abgesehen haben wir Kompost gekauft (1 m^3) und in Säcke gefüllt, Sand gekauft ( 1 m^3 ...ja, sowas geht!) und in Säcke gefüllt. Haben Erdbeeren gepflanzt, den Rasen gemäht (da der Rasenmäher nicht funktioniert hat, durfte ich auf Plan B umsteigen: Die elektrische Sense! :D ...Edwin dazu: "This is the best manly power tool ever!" ...Recht hat er!), noch ein paar Bäume woanders gepflanzt, Disteln aus der Erde gehackt und vor allem Zement angemischt und in große Erdlöcher gefüllt. Und zwar hält dieser Zement nun große Holzpfähle an ihrem Platz, zwischen denen Draht gespannt ist. Dort sollen sich dann einmal Bohnen hochranken. Was erstmal nach gar nicht so viel Arbeit klingt, entpuppt sich im Nachhinein als ein Nachmittag füllendes Workout! Man muss nämlich erstmal 2 Tonnen "Builder's mix", 120 kg Zement und Wasser mischen und das ganze nach und nach mit der Schubkarre durch einen matschigen Garten transportieren! ...ich spüre es immer noch. Aber wir hatten bei all dem viel Spaß und außerdem noch Zeit, coole Fotos im Regen zu machen.

So verbringen wir also unsere Tage in Warkworth. Ausschlafen (wobei ich tatsächlich Anstalten mache, früher aufzustehen!), Frühstücken, Freizeit, Lämmchen, Arbeiten, Snack, Freizeit, Arbeiten, Lämmchen, Freizeit, Abends: Lamm (...), Filme schauen. Allerdings muss ich sagen, dass ich in diesen Wochen hier auf der Farm mehr über Handwerkliches, Gartenarbeit, Tiere und Menschen lerne, als je zuvor und dass das auch noch Spaß macht. Sowas lernt man halt einfach nicht im Studium oder in der Schule. Das ist Lebenserfahrung (oder in der heutigen Arbeitswelt schnieke als "softskills" bezeichnet....darauf achten Arbeitgeber nämlich auch, Frau Mama ;) ).

 

Spaß mit Zitaten:

 

Ich: "Ben, wir müssen dich auch ab und zu mal vor die Kamera bekommen. Es geht ja nicht, dass wir fast immer nur Bilder von mir      hochladen!"

Ben: "Aber ich bin der Fotograf!"

Ich: "Na dann bin ich halt mal der Fotoherzog!" ...;D

 

Edwin und sein 9 jähriger Sohn Henry im Auckland Museum bei einer Live-Performance eines Maori-Kriegers:

Edwin: "You see, the Maori were fearsome warriors! In hand to hand combat they were nearly undefeatable!"

Henry: "Yeah, but the British had guns so they just shot them all"

...die anderen Gäste schauen die beiden mit einer Mischung aus Belustigung und Ärger an...

der Badem. Di. 11.10.2016


Achtung Video! Guckt es euch bis zum bitteren Ende an um an unserem Gewinnspiel teilnehmen zu können.
Wir verlosen unter allen Teilnehmern eine Mikrowelle, ein Schwimmbad und einen Elefanten.
Nur solange der Vorrat reicht!
Bei Fragen zu Nebenwirkungen rufen sie uns einfach an unter 110.
Viel Glück! 


Back to the roots

 

"We cannot go back.

That's why it's hard to choose.

We have to make the right choice.

As long as you don't choose, everything

remains possible." - Mr. Nobody

 

Lieber Leser(1),

 

viele Grüße aus der Ferne senden Dir der Ben(2) und der Bademeister. Jetzt sind wir schon ganze drei Monate und einen Tag in Neuseeland(3), dem Land der Kiwis und der All Blacks, des Silberfarns, der Maori und des Vegemites(4)...dem eigentlichen Land der aufgehenden Sonne, der Stürme und des Regens und der Backpacker. Zeit, um etwas Bilanz zu ziehen: Wir haben etliche Wochen im Youth-Hostel in Auckland verbracht. Also, so schön dieses Hostel ja auch ist... mich zieht es da so schnell nicht wieder hin(5)! Wobei man sagen muss, dass es schon sehr entspannt sein kann, ein paar verregnete Tage unten im Entertainment Raum zu verbringen, Filme zu schauen und zu lesen. Wir waren knapp eine Woche in Kumeu bei Lynn. Ich glaub', darüber muss ich nicht sonderlich viel schreiben (wir erinnern uns an viel Unkraut, Schweigen, ein feuchtes, kaltes Zimmer und Antons geschundene Hände...). Wir waren in Warkworth und haben Regale gebaut, Zäune aufgerichtet, Süßkartoffeln geerntet (und gegessen), Kartoffelpuffer gemacht (und gegessen) und Pokémon gefangen (...) . Und darüber hinaus mit Edwin, Toni und den Kids sehr gute Freunde gefunden.

 

Nun sind wir also wieder in Warkworth (dazwischen gab es noch ein paar Wochen Arbeit, aber dieses Kapitel unserer Reise wollen wir jetzt glaube ich hinter uns lassen... vorletzte Nacht habe ich im Schlaf auf einmal "Sounds good to you?" gesagt, so der Ben, was ich häufig beim Fundraising am Ende meines Monologes - ähm, ich meine Dialoges - gefragt hab' und was sich offenbar nachhaltig eingebrannt hat)(6). Wir wurden mit offenen Armen empfangen und dürfen nun wieder in unserer eigenen kleinen Wohnung neben der Garage logieren, inklusive großem Fernseher, eigenem Bad, Kühlschrank und jeder Menge Erdnussbutter! Die letzten Tage war Bäume pflanzen angesagt. Und zwar nicht nur ein paar Dutzend oder so, nee! Es mussten ja gleich 1859 sein! 1859 Bäumchen unterschiedlichster Farben und Formen (na gut...vor allem sind sie grün und haben Blätter...).

 

Da haben wir vor allem den Manuka-Baum. Edwin möchte später einmal Honig herstellen (lassen), wozu man im Allgemeinen Bäume wie den Manuka-Baum nutzt und Bienen engagiert(7). Sobald man das Eine hat, folgt das Andere ganz von selbst (ich meine damit, dass wenn die Bäume einmal da sind, die Bienen so oder so kommen ... nicht umgedreht ... Bienen pflanzen eher seltener Bäume). Außerdem sei so ein kleiner Wald auf dem Grundstück auch gut für das ökologische Gleichgewicht, also warum nicht? Man muss sich ja auch mal was gönnen! Neben Manuka gibt es da vor allem noch den Neuseeland - Flax, Puta-Puta-Weta(8), Kahikatia, Totora, Cabage Tree und noch ein oder zwei andere. Jedenfalls waren wir die letzten Tage damit ganz gut beschäftigt. Und die Arbeit ist noch nicht zu Ende! Zwar ist von den 10 kg Dünger-Tabletten nix mehr übrig, von den Pflanzen aber noch reichlich. Da müssen wir wohl noch mal ran an den Speck(9)

 

Irgendwie sind diese Wochen, die wir jetzt hier auf der Farm verbringen, eine Art "Zwischen-Phase" unserer Reise. Noch haben wir vom Land noch gar nicht so viel gesehen. Also bis auf das wunderbare Staub-Grau von Auckland. Aber es tut einfach gut, wieder hier zu sein und sinnvolle, körperliche Aufgaben zu erledigen, bei denen man am Ende des Tages auch ein Resultat sehen kann! Trotzdem freue ich mich auf die Menschen und Orte, die wir noch kennen lernen werden und vor allem...VOR ALLEM...freue ich mich auf die Südinsel. Aber im Moment sind wir ja erstmal hier. Die Zeit scheint hier irgendwie langsamer zu gehen, als anderswo. Man sieht einfach weniger Menschen und dafür mehr Tiere. Keinen Autolärm(10), aber Wind und Regen in der Nacht. Wie an dem Foto weiter unten unschwer zu erkennen ist, hatte Ben gestern seinen 19. Geburtstag - alles Gute nochmal, du alter Knochen! :D - und wir haben als Geburtstagsgeschenk Bäume eingepflanzt(11)! Aber Mensch, wenn man mal bedenkt, wie lang man doch schon so auf der Welt ist ... es geht halt doch immer vorwärts. Oder, um auf obiges Zitat zu verweisen: "You can't go back."

 

Aber, wenn ich so auf den bisherigen Verlauf unserer Reise schaue...ich würde nichts anders machen!

Ich hoffe, man hört + sieht sich und Du hältst die Ohren und alles andere steif.

 

Viele liebe Grüße,

Dein B.

Warkworth, Do. d. 06.10.2016

 

(1) Oder Leserin ^^

(2) Das lese ich zum ersten Mal! Aber trotzdem liebe Grüße! :D

(3) Habe grade mal ausgerechnet, dass wir heute unseren 100. Tag seid unserer Abreise am 28.6. durchleben :O 

(4) Ich habe mich immer noch nicht getraut es einmal zu probieren... Es sieht einfach zu eklig aus O.o

(5) Zugegebenermaßen hat der Bademeister Recht, allerdings ist es immer noch das beste Hostel, welches wir kennen!
(6) Was recht interessant war, da ich grade mit meinen Eltern geskypt habe als man aus dem Hintergrund "SOUNDS GOOD TO YOU?"

      hörte ^^

(7) Da Manuka Honig sehr teuer ist (60 $ für ein kleines Glas)

(8) Ein Baum, welcher einen für Spanier sehr interessanten Namen trägt ^^

(9) Heute aber erstmal nicht :D Wir haben einen Day-off bekommen (abgesehen von einmal Auto ein und ausladen)

(10) Naja manchmal schon. Und man hört auch immer mal ein paar kleine Flugzeuge, da ein Flughafen in der Nähe ist.
(11) Wir haben schon darüber gescherzt, dass Edwin nach Hause kommt und sagt "Als Geschenk habe ich noch mehr Bäume geholt"

       ^^
Irgendwie kommt es mir so vor als wäre es gestern gewesen, dass wir auf unserem Abiball waren und feierten und trotz allem ist das schon 100 Tage her!? Manchmal vergeht die Zeit wirklich wie im Flug. Aber das bedeutet auch, dass wir in nur einem Wimpernschlag wieder bei euch sind :D (naja nicht ganz so schnell aber ihr wisst  was ich meine ^^)



Vielen Dank für alle Glückwünsche :)
Ich freue mich, dass viele von euch unsere Erlebnisse verfolgen :D
Keine Angst der nächste Blogeintrag kommt bald! (Eigentlich sollte er heute kommen aber wir sind zu faul^^)

Da ich wieder mal etwas Zeit hatte um Bilder zu machen werde ich diese Seite einmal wieder zu spammen um es für euch noch schwerer zu machen die wirklichen Blogeinträge zu finden :P

 -Ben

Dieses Bild haben einige von euch vielleicht bereits schon auf Fb gesehen jetzt landet es auch endlich hier :)
Dieses Bild haben einige von euch vielleicht bereits schon auf Fb gesehen jetzt landet es auch endlich hier :)
Ein Aucklander Cafe bei Nacht
Ein Aucklander Cafe bei Nacht
Fast wie ein Chamäleon
Fast wie ein Chamäleon
Der Hügel vor Mission Bay
Der Hügel vor Mission Bay
Ein Denkmal aber fragt mich nicht für was^^
Ein Denkmal aber fragt mich nicht für was^^
Endlich bei Mission bay angekommen (v.l.n.r Taric,Hanna,Der B.,Moritz und Konstantin)
Endlich bei Mission bay angekommen (v.l.n.r Taric,Hanna,Der B.,Moritz und Konstantin)
Eine Qualle am Strand von Waiheke (also an einem ^^ da gibts echt viele)
Eine Qualle am Strand von Waiheke (also an einem ^^ da gibts echt viele)
Eine Felsformation (wer hätte es gedacht^^)
Eine Felsformation (wer hätte es gedacht^^)
Die Umrisse von Auckland in der Ferne
Die Umrisse von Auckland in der Ferne
Erschöpft nach einem anstrengenden Tag auf Waiheke
Erschöpft nach einem anstrengenden Tag auf Waiheke
Der Fähranleger beim Nachtanbruch
Der Fähranleger beim Nachtanbruch

 

Wir sind zurück

 

Wie von Ben angekündigt, lebt unser Blog nun durch ein Upgrade auf die Pro-Version wieder auf - besser, spannender, informativer und revolutionärer als jemals zuvor. Ach, was sag' ich denn. Ich habe jetzt so lange nichts mehr geschrieben, was zum Teil an der Arbeit lag, zum anderen auch an der Routine, die sich mit der Zeit eingestellt hatte. Über die Wochen, die wir hier im Hostel verbracht haben, haben wir alle möglichen Leute kennengelernt...vor allem Deutsche. Ehrlich gesagt fühlt es sich wie zu Hause an und nicht wie am anderen Ende der Welt, wenn wir runter in die Küche gehen und alle Deutsch sprechen, Bier trinken und Karten spielen. Der gemeine deutsche Weltenbummler kommt mit Hilfe einer Organisation wie "Praktikawelten" nach Neuseeland, hat eine Bluetooth-Musikbox dabei (und zögert nicht, sie lautstark zu benutzen) und will vor allem eines: Ein Auto kaufen und weg aus Auckland (na gut, das sind zwei Sachen aber ich glaub', du verstehst meinen Punkt :D ). Und natürlich geht hier im Hostel auch regelmäßig - hurra - die Welt unter! 

 

Doch mit der Zeit haben wir eine kleine Community von Deutschen aufgebaut, die länger hier bleibt, um erstmal zu arbeiten und dann zu reisen. Allen vorran natürlich Solveig, Hjördis und David. Außerdem neuerdings Chiara, die jetzt auch für die Organisation "die Organisation" arbeitet, Moritz aus dem Westerwald (ich kann jetzt schon etwas westerwälder Platt. So etwas wie "Dorsch un dorsch n Gourer!" ... ehrlich gesagt fand ich Französisch lernen einfacher!), Konstantin und Tarik. Da Ben und ich ja nun wieder jung und wild und frei leben und nicht mehr an die zermürbenden Zwänge des Kapitalismus gebunden sind - sprich: nicht mehr arbeiten - hatten wir die letzten Tage viel Zeit, krasse Sachen zu unternehmen.

 

Letzten Freitag waren wir zum Beispiel in "Brew on Quay", einem netten Lokal am Hafen, wo wir verschiedenste neuseeländische Biersorten ausgetestet hatten - am Ende konnten sich zwei Sorten von den anderen abheben: das "Tiger" und das "Tuatara Pilsner". Anders als vergleichbare Biere zeigten sie reizende Noten von Hopfen und Malz und ein leichtes Prickeln im Abgang. Flunkyball würde ich damit trotzdem nicht spielen wollen...nicht zuletzt weil man in dem Pub für 425 ml an die 12 $ bezahlt hat!

Samstag hatten wir was zu feiern: Moritz' Geburtstag! Wir gingen mit unserer Crew und ein paar anderen Deutschen in einen "Escape-Room", wo wir in zwei Gruppen aufgeteilt jeweils versuchten aus einem Raum zu entfliehen. Dazu mussten wir Rätsel lösen, Codes knacken und am Ende waren wir nach 40 Minuten draußen. Danach folgten Musikvideos und die Heute-Show im Entertainment-Raum des Hostels ...naja, und ein Kasten "Becks". Also, ich will hier ja nicht politisch werden, aber wenn man sich mal anschaut, was gerade los ist in Deutschland mit der Afd und so ... da gruselt man sich schon, da muss man keine Horrorfilme schauen!

 

Montag früh sind Ben und ich noch einmal zum Fundraising-Office gegangen und haben home-made Avocado-Brownies abgeliefert und uns unter Tränen verabschiedet(1). Fällt schon schwer, nach 7 Wochen enthusiastischem Leute unterzeichnen und Dialog-Practice am Morgen machen auf Wiedersehen zu sagen. Wobei ich dann schon mit einem Lächeln zurück ins Hostel gegangen bin, wissend, dass meine Ex-Kollegen alle wie immer an ihren Dialogen arbeiten mussten - und ich zurück Schlafen gehen konnte...(2)

 

Gestern waren wir mit Moritz und Hannah aus Hamburg auf Waiheke-Island. Den ganzen Tag. Mit Fahrrädern. 

 

Es war der HAMMER!(3)

 

Ich muss wirklich sagen, dass das neben dem Bluemountains Nationalpark in Australien ein Highlight unserer Reise war. Zwar ist die Insel in der Bucht von Auckland schon recht hügelig. Das heißt, sehr hügelig. Aber wir hatten richtig tolles Wetter (und am Abend Sonnenbrand) und viel Spaß. Am Abend kehrten wir mit dem Sonnenuntergang und der Fähre zurück, kochten Nudeln mit Thai-Saté-Erdnusssoße und gingen um 2  ins Bett(4). Das liebe ich am Reisen. Viele neue Erfahrungen zu machen, zu lernen, lachen und selbstständig zu sein(5). Fast wie Studieren, aber ohne Klausuren.

 

Spaß mit Zitaten:

Traffic-Controller zu Ben: "At the end of this month, you'll smoke too!"

Ben: "At the end of this month I won't be in Auckland anymore!"

 

Simon vom Fundraising zu mir: "Thank you for your good work. We'll miss you!"

Ich: "You're welcome...thank you for employing me!"

 

Moritz auf Waiheke Island an einem malerischen Strand: "Ahhhh...die Goo Lagune!"

~ der Badem., Mi. 28.09.2016

 

(1) Freudentränen

(2) :/ Ich durfte währenddessen auch kündigen nur musste ich dafür ingesamt 1 1/2 Stunden Bus fahren -.-'
(3) Und anstrengend!!!

(4) (Wir sind heute erst gegen 14 Uhr aufgestanden weil wir so geplättet waren.

(5) Und am Abend zu merken, dass man doch nicht alle Stellen des Körpers mit Sonnencreme eingerieben hat ^^

 

Moritz und ich
Moritz und ich
Das Fahrrad hatte doch einen Platten, sodass ich auf einen Traktor umgestiegen bin
Das Fahrrad hatte doch einen Platten, sodass ich auf einen Traktor umgestiegen bin

Nein noch sind wir nicht tot... wir arbeiten nur!

Es ist Montag 14:39. Der Bademeister steht in der Hostelküche und kocht Mittag während ich an einem der Hosteltische sitze. Irgendwie fühlt es sich komisch an, am Montag wieder einmal in einer Hostelküche zu sein. Vor allem zu dieser Uhrzeit. Jetzt fragst du, werter Leser, dich vielleicht: "Müsst ihr nicht arbeiten?". Nun ja ... Nein! (1)
Nachdem der Bademeister halb Afrika und ich eine Unzahl an Passanten gerettet hatten entschieden wir uns schlussendlich doch dazu unsere berufliche Karriere erstmal zu pausieren um Zeit zu finden durch die Berge von Fanpost zu sehen, welche wir von Fans (wie der Name auch vermuten ließ^^) geschickt bekamen. Nun seid ihr vielleicht etwas geschockt, dass wir unsere Laufbahn als Helden der Stadt und der Kinder erstmal an den Nagel hängen, doch betrachte es einmal so, nun haben wir auch wieder einmal die Zeit uns dir zu widmen und dir unsere Abenteuer zu vermitteln. 

"Fair enough buddy?" (2)
Then lets go!

Es war einmal in einem weit weit entfernten Land dort lebten 2 Backpacker in einem Hostel in einer großen Stadt. Nennen wir sie der Einfachheit halber einfach Dieter und Peter. Dieter war ein großer strammer junger Mann mit etwas rotstichigem Haar und einer Vorliebe für Literatur,Philosophie,Musik,... naja er mochte eben vieles. Peter war sogar ein noch größerer junger Mann der aber eigentlich nur Schokolade und Rechnerspiele (3) mochte. Ist doch egal ob es die damals gab... es ist ein Märchen! Wie auch immer jedenfalls diese beiden, Dieter und Peter, arbeiteten in der Stadt um sich genug Geld zu ersparen um diese Stadt verlassen und das Reich bereisen zu können. Nicht DAS REICH (4) ... einfach nur ein Königreich... Mensch ihr macht es mir heute auch nicht einfach. Jedenfalls arbeiteten die! Dieters Job war es in den ärmsten Vierteln der Stadt umher zu ziehen und die Armen dazu aufzuforden Geld für andere arme Menschen zu spenden, während es Peters Aufgabe war Pferdewagen anzustarren bis sie umfielen. Wie das klingt nach einem doofen Job? Na und ? Ist halt ein Märchen! Im echten Leben würde doch niemand um 4 Uhr jeden Morgen aufstehen nur um dann für 10 Stunden Autos anzustarren oder? ...    

 

Naja.
Sagen wir mal so.

 

Doch -.-'

Jedenfalls arbeiteten Peter und Dieter hart. Sie machten Arme ärmer um Armen zu helfen und brachten so viele Pferdewagen zum umfallen, dass sie in der gesamten Stadt berühmt berüchtigt waren. Als sie nun endlich genug Geld gespart hatten um die Stadt zu verlassen...
Ja? Was passierte dann mit ihnen Großvater?
Naja dann ach ist doch egal Kinder es ging ja nur darum, dass ihr euch vor solchen Menschen in acht nehmen müsst!
Aber so endet doch kein Märchen!
Naja wenn euch das Ende nicht gefällt dann denkt euch die Geschichte doch einfach weiter selber aus! (5)

Nun gut, diese Geschichte war etwas übertrieben. Der Bademeister hat auch reiche Menschen ärmer gemacht und ich habe nicht wirklich soooo viele Autos durch anstarren zum umfallen gebracht...          leider.
Aber an sich war der Kern der Geschichte, dass wir hier eigentlich fast nur sehr lange langweilige Arbeitstage hatten und mittlerweile fast die gesamte Hostelcrew kennen^^
Aber keine Angst unsere Jobs waren nicht durchweg eine Folter.
So habe ich auch mit sehr netten Menschen zusammengearbeitet wie z.B. Johnny einem Kiwi, der die Naruto Mangas mag, gerne Konsole (Tekken, Mass Effect) spielt und Serien (Game of Thrones) kuckt und mich vom Aussehen sehr an Jonas' Bruder (^^ an einen von Jonas Brüdern) erinnert hat :D (Irgendwie war er dir auch ähnlich Jonas^^).
Oder Maghinder, der Inder, (kein Witz) mit dem es immer Spaß gemacht hat sich zu unterhalten.
Es war also nicht alles schlecht.
Doch nun starten wir eine neue Phase!
Wir lassen den grauen Arbeitsalltag erstmal hinter uns und widmen uns den schönen Dingen im Leben.

Also auf auf und davon... (6)



-Ben Montag der 26/09/2016

 

(1) Philosophisch betrachtet muss man sich in diesem Zusammenhang natürlich fragen: Was heißt "müssen" und was heißt "arbeiten"? Denn müssen muss man ja nichts, außer sterben, jedoch kann mann auf der sozialen Ebene des Miteinanders und Füreinanders argumentieren, dass Arbeit in der Gesellschaft ja nicht nur erwünscht, sondern auch gefordert und Basis eines guten Zusammenlebens ist. Somit wird Arbeit für das Individuum dennoch zur Pflicht und Verweigerung derselben Grund für den sozialen Rückzug und Isolierung. Auch bedeutet "Arbeit" für den Einzelnen eine Aufgabe, ein Ziel im Leben, eine "Berufung". Wie Sisyphos, der den Stein immer wieder auf den Berg hochrollt, um ihm danach wieder ins Tal hinab folgen zu müssen, und den wir uns nach Albert Camus (s. "Der Mythos des Sisyphos") als glücklichen Menschen vorstellen müssen. Daher muss man auch "müssen" und "wollen", "Arbeit" und "Ausbeutung" differenziert betrachten, darüber hinaus auch im sozio-ökonomischen Aspekt des Klassenkampfes nach Marx und Engels. ...wenn du dir gerade diesen ganzen Abschnitt freiwillig durchgelesen hast: Glückwunsch, du bist ein wirklich treuer Leser unseres Blogs! ;)

 

(2) So gerne ich Jasmine (meine Teamleaderin bei der Organisation) ja mag...dieses "fair enough" und auch "AWESOME" werde ich eher nicht vermissen. Aber im Grunde weiß ich schon, dass es mich noch lange verfolgen wird...

 

(3) Will gar nicht wissen, was der Ben mit "Rechnerspiele" meint...

 

(4) Wollte schon sagen .... allerdings reisen zur Zeit so viele Deutsche nach Neuseeland, dass man durchaus von einer "German Invasion" sprechen könnte... also...mal wieder :D

 

(5) Also ich schicke meine Kinder später nicht zu dir, Ben, auch wenn wir sehr gut befreundet sind. Du erzählst ihnen ja dann eh nur komische Märchen, lässt sie COD zocken und gibst ihnen zu viel Erdnussbutter und "Mountain Dew"!

 

(6) Und jetzt schalten wir wieder zurück zum Wetter! ...nee, Spaß ^^ . Hoffentlich gefallen euch weiterhin unsere Einträge und ihr findet sie bereichernd und ... anregend . Für alle, die Bens Schreibstil etwas merkwürdig finden: Das ist künstlerische Freiheit und Kommas sind ja auch sowas von gehypt und überbewertet! Ich kenn diese "Rechtschreibung", von der alle immer reden nicht mal persönlich! Also: "Who cares?"

Mittlerweile kennen wir auch den gesamten Rezeptionskader :)
Mittlerweile kennen wir auch den gesamten Rezeptionskader :)