Epilog

 

Wumm, wumm, wumm!!! - Ich sitze zu Hause an meinem Schreibtisch und -wumm!!- die Bauarbeiten nebenan sind wieder einmal im Gange. "Liebe Mieter, um weitere Leitungen verlegen zu können, muss eine Betonschicht abgetragen werden...", heißt es in der offiziellen Mitteilung. Naja, ich habe Kopfhörer auf und wenn es nicht mehr geht, kann ich mich ja in den Park oder so zurück ziehen. 

 

Aber tatsächlich haben die Bauarbeiten für mich gar nicht mal so eine schlechte Bedeutung, eher etwas Vertrautes. Da erinnere ich mich doch an die Tage zurück, als ich noch für die Abiprüfungen lernen musste, während die Teetasse neben mir wegen des riesigen Kernbohrers auf der Baustelle vibrierte. Mann, das waren Zeiten! Genauso erinnere ich mich an all die Erlebnisse, all die Partys, gemeinsamen Abende in Restaurants, das Fußballspielen auf dem Beethoven-Platz. Das Chillen im "Fitnesscafé", in dem Leon gearbeitet hat, "Magic" spielen, Philosophieren, im Park sitzen und zeichnen. Auf einmal ist man dann fertig mit der Schule (und fertig wegen der Schule) und auch sehr froh darüber. Endlich Freiheit! Aber was kommt danach? Noch mehr Freiheit? Lässt sich Freiheit eigentlich steigern? Hm, gut wenn man einen Plan hat. So kann ich denke ich grob meine Zeit vor der Abreise nach Neuseeland zusammenfassen.

 

Was dann folgte: Englisch sprechen, viel laufen, jeden Tag selbst kochen, immer neue Leute kennenlernen. Vor unserer Reise habe ich mir immer vorgestellt, wie Ben und ich unentwegt wie bei "Herr der Ringe" über Steppenlandschaften und Berge laufen und rückblickend betrachtet war das auch irgendwie so. Wenn man reist, kommt man nie wirklich zur Ruhe, oder jedenfalls ich nicht. Selbst wenn man 2 Monate Wwoofing macht und gefühlt die ganze Zeit in einem Sessel in der Garage sitzt und den Regen beobachtet - man hat doch immer das Gefühl, dass etwas anders ist. Vielleicht die Luft? Ja, das macht Sinn, bei den Kühen und Schafen, die überall rumlaufen. Vielleicht die Tatsache, dass 18.363,21 km Luftlinie zwischen dir und der Heimat liegen. Das könnte auch sein. Aber das ist ja auch Teil des Reisens, immer unterwegs zu sein, Action zu haben. Das kann auch anstregend sein! Zwar haben wir nicht die Orks und Urukai, die Merry und Pippin verschleppt hatten, verfolgt, dafür sind wir innerhalb von 10 Minuten durch die gesamte Innenstadt Aucklands gerannt, um zu einem Jobinterview zu kommen. Das war nicht leicht. Und wir haben's gemacht! Was für eine Nacht-und-Nebel-Aktion!

 

Reisen ist aufregend. Das habe ich schon gemerkt, als wir am Frankfurter Flughafen durch die Transitzone gegangen sind, diesem Symbol für das 21. Jahrhundert. Das ist dann wie so eine Zwischenphase zwischen dem "normalen" Leben und der Reise. Was werden wir wohl erleben? Wie sind die Menschen dort so? Und das Essen? Die Gebäude, die Musik und die Landschaft? Werde ich wohl einen Kiwi sehen, Maori lernen? Boah, ich will mal Wildwasser-Rafting machen. Die Gedanken fliegen einem nur so durch den Kopf und bei jeder neuen Idee schießt Adrenalin durch den Körper. Pure Vorfreude also. (Ich darf dabei auf einen der ersten Einträge dieses Reiseberichtes verweisen: "Auch kann ich mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal so viel und so intensiv Englisch gesprochen hatte.

Fühle mich gut, satt, voller Optimismus und Feuer. Yeah!" - Des Bademeisters Blog (Kiwi Blog), Eintrag 3, Zeile irgendwas) . Aber das ist schon komisch, denn nüchtern betrachtet ist man ja nur ... woanders. Man steigt in das Flugzeug (und bewegt sich in Bezug auf dieses Inertialsystem nicht, Relativitätstheorie-Interessierte wissen was ich meine ;) ), steigt nach einem Tag wieder aus und man ist auf der anderen Seite der Erde. Und das soll dann die Welt verändern? Wahrscheinlich nicht und auch man selbst ist noch die selbe/gleiche Person, aber auf einmal fühlt man sich ganz anders. Und bald ist man auch schon Teil einer großen Community und zwar der, der Reisenden. Egal woher du kommst, egal, welche Sprachen du sprichst und was du so tust, du bist Teil dieser Commuity, hast mit allen etwas gemeinsam. Du sprichst mit jedem ungezwungen, nach 15 Minuten Gespräch seit ihr auf allen sozialen Netzwerken verlinkt, nach 30 Minuten tauscht ihr schon intime Gedanken aus - ok, das Letzte vielleicht nicht. Aber Fakt ist, dass man als Reisender nie wirklich alleine ist und ständig Anregung bekommt und andere Menschen anregt. Zugegebenerweise sind die meisten dieser Begegnungen natürlich sehr kurzweilig. Man lernt sich kennen, macht was zusammen, irgendwann erfährt man auch mal, wie die andere Person heißt und nach ein paar Tagen geht jeder seiner Wege. Manchmal ist das sogar echt schade und man denkt sich: "Verdammt, können wir nicht einfach hier bleiben? Da so, direkt am Strand, ne kleine Hütte, kleiner Garten irgendwo, WG aufmachen, passt." Aber so funktioniert das nicht. Reisen heißt auch: Unverbindlichkeit. Und nach diesem "Grundprinzip" ist es vollkommen egal, was andere von dir halten, wie du angezogen bist, welche Noten du hast oder was du so machst. Man sieht sich nach einer kurzen Zeit nicht wieder und darin liegt eine der größten Freuden und gleichzeitig die traurigste Seite des Reisens.

 

...Was mich zum nächsten Punkt führt. Ist man auf Reisen eigentlich wirklich weg ? Vor hundert Jahren noch musste man Briefe oder Telegramme schicken, um zu kommunizieren und so ein Brief brauchte schon mal einige Wochen oder Monate mit dem Schiff. Das machte es sicherlich um einiges schwerer, in Kontakt zu bleiben, andererseits hatte es, denke ich, auch seinen Reiz. Sobald man auf den Dampfer gestiegen war oder die Bahn genommen hatte, da war man halt weg. Und heute kann ich mit meiner neuseeländischen SIM-Karte eine SMS aus Tokio nach Deutschland schicken. Was sicherlich sehr praktisch ist, aber das Reisen hat sich durch die Technologie ganz sicher verändert. Und wenn man auch am anderen Ende der Welt immer erreichbar ist, wenn man selbst auf einem 1300 Meter hohen Berg im Fiordland Nationalpark mobile Daten hat, kann man dann eigentlich jemals wirklich "bei der Reise" ankommen? Bleibt man dann nicht eigentlich immer in der Transitzone? (ihr merkt das sicherlich schon, die "Transitzone" wird eine Art Leitmotiv bei mir...)

 

Ok, das klingt sehr deep, und zugegeben: Das ist es auch. Zurecht, denn als Reisender sollte man sich diese Fragen ab und an stellen. Warum geht man denn eigentlich weg? Ins Ausland? Man könnte genauso eine Fahrradtour nach Ramsla machen und die Fotos auf allen möglichen Social Media Plattformen posten. Mit einem Filter drüber sieht das doch fast so aus wie in Neuseeland (ich finde die Landschaft in Thüringen wirklich sehr schön, das fällt mir jetzt, da ich zurück bin, ganz besonders auf!) . Manchmal hat man, besonders bei deutschen Reisenden, das Gefühl, sie würden gar nicht wegen des anderen Landes und der Natur und so weiter ins Ausland strömen. Sondern eher, um sich etwas zu beweisen, oder weil sie nicht wissen, was sie eigentlich machen wollen, oder vielleicht sogar "um wiederzukehren" ... (der Verweis auf den "Cornet" von Rainer Maria Rilke ist dabei nicht zufällig ;D ). Es gibt ja sogar manche Reisende, Hardcore-Reisende, die tatsächlich von Land zu Land reisen, immer mal arbeiten und wieder reisen, jahrelang. Durch Neuseeland, Indien, Nepal, Thailand und sonstwohin. Ich denke dabei zum Beispiel an meinen ehemaligen italienischen Kollegen Luca, oder auch Lucia, oder den Italiener Niklas, den ich Tokio getroffen hab (die Italiener scheinen es irgendwie mit dem Reisen zu haben... ) . Es gibt sicherlich verschiedenste Gründe, um ins Ausland zu gehen und die sind so vielfältig, wie die Menschen, die man so trifft. Aber, vom Standpunkt des theoretischen Anarchismus betrachtet, was sind eigentlich "Grenzen" und "Nationen"? Und kann man demnach eigentlich "ins Ausland" gehen? ...

 

Und auf einmal ist man dann zurück und geht wieder morgens Milch und Brot holen. Die Schuhe müssen draußen ausgezogen werden, mit dreckiger Hose ist die Couch tabu. Die letzten 9 Monate? Eine Erinnerung. Als hätte jemand die Zeit angehalten, oder man selbst wäre in eine Zeitschleife geraten (Stephen Hawking lässt grüßen). Man ist zurück und alles geht seinen gewohnten gang und -wumm- da sind wieder die Arbeiter, die Krach machen. Das nette Gesicht der lohngedumpten Kassiererin im REWE, die Leute im Park, die einen nicht grüßen und die man selbst nicht grüßt. Das ist, denke ich, so eine Art Vereinbarung unter uns Deutschen, dass man sich nicht einfach so grüßt. Und auf einmal sind da auch nicht mehr die vielen Reisenden um dich rum, wie es sonst in den Hostels der Fall war. Das eigene Bett kommt einem vor, wie der Himmel auf Erden und das eigene Zimmer ist eine kleine Welt für sich! Man trifft die Freunde wieder, die einem wichtig sind, man kennt und schätzt sich. Kein "man sieht sich bestimmt irgendwann wieder" oder "wenn ich mal nach Köln komme, dann...". Man trifft sich einfach, spielt wieder Fußball auf dem Beethoven-Platz und ist zusammen Dürüm bei Munzur.

 

Und dann fragt man sich - frage ich mich: Habe ich mich eigentlich verändert? Bin ich gewachsen, habe ich etwas von der Reise mitgenommen? Die meisten Reisenden, denen ich begegnet bin und mit denen ich darüber geredet hab, antworten folgendermaßen darauf: "Hm...ich weiß nicht. Ich denke nicht wirklich. Ich mein', ich bin sicherlich selbstbewusster und selbstständiger geworden. Und hab ein bisschen zugenommen. Aber sonst nicht wirklich." Der Biologe würde sagen, dass sich die Zellen ständig regenerieren und man sich daher zwingend verändern muss, der Psychologe würde schauen, ob sich gegebenenfalls bestimmte Verhaltensmuster und Gedankengänge verändert haben. Ich würde auf die Frage, ob ich mich verändert hätte, sehr wahrscheinlich genauso antworten, wie oben zu lesen ist. Und dennoch bleibt immer etwas mehr, als nach außen hin zu sehen ist, und zwar die Erfahrung. Und diese ist für jeden individuell.

 

Puh! - das wollte ich mal gesagt haben. Und noch etwas dazu: Wahrscheinlich habt ihr es alle die ganze Zeit über geahnt und wolltet nichts sagen, um mich nicht zu verletzen. Doch nun, da ich euch alle die ganze Zeit über angelogen habe, möchte ich nun endlich die Wahrheit und nur die Wahrheit sagen: Ich bin gar kein Bademeister. Ich hab nur das Seepferdchen. So, jetzt ist es raus! Und doch hoffe ich, dass ich euch allen, mit meinem Reisenden und Freund Ben zusammen, mit diesem Blog eine Freude machen konnte, dass ihr an unseren Erlebnissen teilhaben konntet. Und sind wir nicht letztlich alle - im übertragenen Sinne betrachtet - Reisende und Bademeister? Und das Leben eine große Transitzone? Ich denke schon. Aber egal, ich habe euch genug tiefgründige Gedanken zum Lesen gegeben.

 

Ich bin Richard und dies ist meine Offenbarung.

Mo. 10.04.2017

 

(scrollt mal ein bisschen runter! ;) )

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

... to be continued.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

...at some point.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

...maybe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

...no, propably!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

...wenn's warm ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

...tschüss! :)

 


Im Onsen oder: Mt Fuji - Ein später Bericht über meine Erlebnisse in Tokio

"Es ist ein Badehaus, das einzig und allein unseren

acht Millionen Göttern zur Entspannung dient."

- Yubaba aus "Chihiros Reise ins Zauberland

 

Wenn ich meine Eindrücke aus Tokio möglichst einfach zusammenfassen müsste, würde ich es so tun: Viele Menschen, Tradition und Moderne, Ramen-Nudeln... oder ich will es so ausdrücken: Tokio ist in vielen Dingen grundlegend anders als alle Städte, in denen ich bislang war. So gibt es in Berlin oder Düsseldorf zum Beispiel einfach keine Schreine und Tempel, die scheinbar zufällig neben dir am Straßenrand stehen. Auch nicht die Getränkeautomaten, die hier überall, sogar in den entlegendsten Winkeln stehen und einen mit güstigem, warmen Tee und Kaffee versorgen (kein Witz, als ich das erste Mal einen warmen, ungesüßten Grünen Tee aus 'nem Automaten in der Hand hielt, kamen mir fast die Tränen). Dann die Rikshaw-Fahrer, die dich mit fundraiser-liken Techniken auf der Strasse ansprechen und die Leute, die in der Fußgängerzone für mal mehr und mal weniger seriöse Restaurants werben. Und was sich vor allem von unserer Kultur unterscheidet: Die Schnelligkeit, mit denen die Japaner Straßenarbeiten erledigen, ist gewaltig! Als ich   eines Morgens von meiner Jogging-Runde wiederkam, war direkt vor dem Hostel auf einmal die gesamte Straße aufgebaggert und abgesperrt. Ich war doch nur mal kurz um den Block! Ein paar Stunden später war wieder Teer drauf, platt gewalzt, alles eingepackt und Feierabend. Wahnsinn! In Deutschland wären die Arbeiter erstmal ein paar Stunden um die Baustelle gestanden und hätten die Fußballergebnisse diskutiert! 

 

Wie du dir sicher vorstellen kannst, kann eine Stadt wie Tokio mit der Zeit auch recht erdrückend sein. Deshalb wollten Jordan und ich für einen Tag dem Verkehr und den vielen Menschen entfliehen und einen Bus zu dem berühmten Berg Fuji nehmen (zur Etymologie: fu = reich , ji = Krieger O_O ). Also sind wir mit der Metro zum Stadtteil Shinjuku gefahren, haben uns vor den Ticketautomaten gestellt (verdammt, alles Japanisch, ach hier: Englisch!) und ... oh, alles ausverkauft. Verdammt, wer hätte ahnen können, dass an einem sonnigen, klaren Tag so viele Leute zum Mt. Fuji fahren? Ich habe mir dann direkt ein Ticket für den nächst möglichen Termin reserviert (und inständig gehofft, dass es ein klarer Tag werden würde), nur Jordan konnte nicht mehr in den Genuss des Fuji kommen, da er am nächsten Tag abreisen sollte ... oder vielleicht doch?

 

Nach unserer vorerst gescheiterten Fuji-Aktion war ich zunächst das aller erste Mal bei Starbucks. Ja, du hast richtig gehört, das erste Mal. Zuvor hatte ich diese Kette abgelehnt, da sie für mich ein Symbol der individualisierten Ent-Individualisierung, eine Hochburg des multimedialen Hipster-Kapitalismus, der elektronischen Bourgeoisie und des schlechten Geschmacks darstellte, kurz: ich fand sie kacke. Aber: Ich war im Urlaub...vom Urlaub. Und zweitens: Es gab die nur in Japan erhältliche "Kirschblüten-Edition". Letzten Endes fand ich die echten Kirschblüten, die schon teilweise zu sehen waren, wesentlich besser, als diesen - man möchte es gar nicht Kaffee nennen . Aber war auch eine Erfahrung wert! Worauf ich eigentlich hinaus wollte: In Shinjuku befindet sich neben der U-Bahn Station und Starbucks unter anderem auch das Regierungsgebäude. Dort kann man kostenlos den Fahrstuhl in den 44. Stock nehmen, von dem man einen Wahnsinns-Ausblick auf ganz Tokio hat - und bei klarem Wetter eben auch bis zum Berg Fuji blicken kann!

Blick vom Regierungsgebäude ... Fuji ist schwach rechts hinter der Bergkette zu erkennen
Blick vom Regierungsgebäude ... Fuji ist schwach rechts hinter der Bergkette zu erkennen
Kirschblüten (sakura)
Kirschblüten (sakura)

Nach Jordans Abreise dauerte es nicht lange, da lernte ich schon wieder einige Leute kennen: Zak aus Australien, Tealeigh aus den USA und Niklas aus Schweden. Und immer wieder ist es lustig, mit welchen Leuten mann auf Reisen zusammen kommt und was man gemeinsam unternimmt. So wollte ich eines Abends mit Zak und einer schwedischen Freundin von ihm zum Karaoke gehen. Was hier eine sehr lange Geschichte wäre, kann ich folgendermaßen zusammenfassen: Betrunkene Schwedin, mindestens 2,0 pro mille. Nachdem wir sie in die Obhut ihrer Begleitung gegeben hatten, konnten wir leider nicht mehr die letzte U-Bahn erreichen (in Tokio hören die U-Bahnen auf, um Mitternacht zu fahren und legen erst um 5 wieder los ... wahrscheinlich das einzige Zeitfenster, in dem sich die Japaner ein wenig Schlaf gönnen können) und mussten von Ginza nach Asakusa laufen. 2 Stunden in der Nacht. In Tokio.... was letztlich nicht so schlimm war, da wir uns den ganzen Weg über alles mögliche, Musik, Filme, Gott und die Welt unterhalten haben (außerdem holten wir uns in einem "Convenience store" ein paar Onigiri... das sind dreieckige Reisklumpen mit verschiedenen Füllungen. Ich vermisse sie jetzt schon :'( ).

 

Ein eindeutiger Höhepunkt war der Besuch des "Onsens", eines traditionellen Badehauses, in dem du von einem sehr heißen in ein sehr kaltes Becken wechselst, was zunächst sehr viel Überwindung kostet. Noch mehr Überwindung hat es gekostet, in diesen Laden überhaupt rein zu gehen, da im Onsen jeder nackt ist (Männer und Frauen getrennt). Aber nach etwa 15 Minuten verflog auch diese Zurückhaltung und wir ließen einfach die Seele (und alles weitere) baumeln. Und auch dort im Onsen spürt man einfach, wie unterschiedlich die japanische Kultur doch von unserer westlichen ist. Ich weiß nicht ganz genau, was es ist, aber mir fiel einfach auf, mit welcher Ruhe und Besinnung diese Menschen zu diesem Bad zusammen kamen. Wahrscheinlich jeder von ihnen hatte einen anstrengenden Arbeitstag/ eine anstrengende Woche hinter sich und man redete auch nicht wirklich darüber (tatsächlich guckten uns einige Leute verstört an, als wir schaudernd und schreiend in das eiskalte Becken stiegen), aber jeder stimmte dieser Zusammenkunft schweigend zu und somit genossen sie es alle gemeinsam.

 

Natürlich hatte ich noch eine Rechnung mit Herrn Fuji offen (im Japanischen sagt man zum Berg Fuji fuji-san . Das san meint in diesem Fall "Berg", wird aber im Allgemeinen als Anrede für Männer und Frauen verwendet. Deshalb sage ich manchmal aus Spaß einfach "Herr" Fuji ... das nur am Rande bemerkt ;D ). Also fuhr ich mit dem Bus zum See "kawaguchiko", von dem man eine gute Aussicht haben sollte. Die Betonung liegt auf "sollte". ICH HAB NICHTS VON DIESEM BERG GESEHEN!! Wirklich NICHTS! Gerade an diesem Tag hatte sich das Wetter entschieden, einfach mal schlecht zu sein und ich stand nun da. Habe mir erstmal aus Frust eine Schüssel Nudeln gegönnt. Und die waren auch noch LECKER! Jedenfalls habe ich mich dann für eine Wanderroute entschieden, die auf einen kleineren Berg, der auch im Winter begehbar war, führte. An sich war diese Route dann auch echt nett, allerdings etwas anders, als ich es von den Wanderrouten in Neuseeland gewohnt war. Denn anstatt eines Weges, der vom DOC gut ausgebaut und von Touristen wie mir überrannt war, gab es dort einfach außer mir keinen einzigen Besucher. Dazu kam, dass am Wegesrand alte, verlassene Tempel und verrottete Holzhütten standen. Von creepy Steinen mit Schriftzeichen darauf einmal abgesehen. Aus der Ferne drang Kanonendonner im halbminütigen Abstand zu mir herauf (vlt. eine Militärübung). Dies alles und die hereinbrechende Dunkelheit führte dazu, dass ich mich auf dem Weg nicht wirklich wohl fühlte und nach einigen Kilometern wieder umkehrte. Glaub mir: Du hättest das gleiche getan.

in einem verlassenen Tempel
in einem verlassenen Tempel
gruseliger Stein am Wegesrand
gruseliger Stein am Wegesrand

Nach meiner ernüchternden Fuji-Erfahrung ließ ich es zunächst ruhiger angehen, ging spazieren, zeichnete, setzte mich in Kaffees und ging - natürlich - auch in Museen. Der für mich beeindruckendste Museumsbesuch war ganz klar der im "National Art Center Tokio", in dem eine Ausstellung der berühmten japanischen Künstlerin Yayoi Kusama war. Also traf ich mich mit Niklas und Tealeigh (ich war etwas zu spät, da ich noch mit Zak frühstücken war ... um 15 Uhr ... es war beim Inder... all you can eat!!) und wir verbrachten so lange dort, bis das Museum schloss. Wahnsinn! Wenn du jemals die Gelegenheit haben solltest, eine Ausstellung von dieser Frau zu besuchen: Mach es einfach!


Zu einem gelungenem Tokio-Besuch gehört natürlich auch eines: Party und Karaoke. Ich versuche kurz zu umreißen, was wir in dieser lauwarmen Nacht teurer Intoxikation erlebt haben:

 

22 Uhr. Niklas, Sven (ein neuseeländischer Kumpel von Niklas... wir haben uns gut unterhalten :D ) und ich trafen Zak und einen weiteren Niklas aus Italien vor Starbucks in Shibuya. Beide hatten nach ihrer Aussage bereits jeweils 20 Standarddrinks intus (das ist so 'ne australische/ neuseeländische Sache, dass alle alkoholischen Getränke in "Standarddrinks" eingeteilt werden. Ein Bier ist demnach etwa 1,2 Standarddrinks...) und hatten angefangen, zufällig Leute auf der Straße anzusprechen und anzuschreien. Schnell gingen wir mit ihnen in einen Pub. Dieser war rappel voll und die Leute dort auch. Schon bald lernten wir ein paar weitere Leute kennen: Zwei Karls aus Schweden und zwei Amerikaner.

 

23 Uhr. Zak strengte sich verzweifelt an, mich mit japanischen Mädels zu verkuppeln. Das Problem: Wir sprachen kein Japanisch und sie kein Englisch. "Ähh...hem...egoga hanasemaska ?" - "Sprichst du Englisch?" . 

"No English, no English!", kam die Antwort. Mann, das hatte ich doch schon mal! Aber Zak ließ nicht locker. Mit dem Charme eines Betrunkenen redete er weiter auf die irritierten Frauen ein, gestikulierte wild in meine Richtung und zwinkerte. Ich wandte mich von der Szene ab und holte mir meinen 3. Standarddrink.

 

24 Uhr. Nachdem wir Zak und den italienischen Niklas verloren hatten, gingen wir zusammen zum Karaoke. Dann saßen wir dort, auf einem kuscheligen, u-förmigen Sofa unter einem Kronleuchter und sangen/ schrien uns die Seelen aus dem Leib. Ich, der einen leichten Schnupfen hatte, war danach vollständig heiser. Adele, Ed Sheeran, Bob Marley, Michael Jackson, Eminem ... wer hat denn diese Interpreten ausgewählt? Ach, das war ja ich. Rückblickend muss ich sagen, dass ich Karaoke in dem Moment, in dem ich dort war, gar nicht mal so toll fand, da es einfach sehr laut war. Ich würde es aber trotzdem wieder machen!

 

2 Uhr. Während die anderen vor einer Döner-Bude standen, holte ich mir ein Curry mit Reis, extra scharf, um wieder zu Kräften zu kommen und zählte im Kopf meine Standarddrinks. 3, 4, 5, 7 ... nee, warte ... 2, 3, 4 ... 

 

4 Uhr. Vor einem Supermarkt, der rund um die Uhr geöffnet war, stießen wir auf einige "Locals", die Englisch sprachen. Wir fanden sie nett und sie fanden uns nett und wir tranken zusammen Sake und Pflaumenwein. Durch das tatsächlich sehr scharfe Curry war ich wieder frisch in der Birne und mir fiel auf, wie ruhig es dort, mitten in Tokio war, obwohl wir Freitag in der Nacht draußen waren. Niemand brüllte, pöbelte oder wurde sonst in irgend einer Weise negativ auffällig. Und somit komme ich zu meinem Onsen-Erlebnis zurück, denn bei beiden Erfahrungen ist mir dieser besondere Teil der japanischen Mentalität aufgefallen und ich denke, jetzt ist mir auch ein Name dafür eingefallen: Respekt. Gegenseitiger Respekt und ein Bewusstsein dafür, dass alle im selben Boot sitzen (ja, Basti, im selben) bzw. der selben Stadt (dazu kommt, dass alle so viel arbeiten, da will man nicht mehr pöbeln).

 

5 Uhr. Der eine der beiden Karls und ich gingen zur U-Bahn Station, nachdem wir noch eine Runde Karten in der "air-bnb"-Wohnung der Amerikaner gespielt und Schokolade gegessen hatten. Karl und ich verabschiedeten uns und ich fuhr mit der U-Bahn zurück ins Hostel. Zwischendurch nickte ich ein wenig ein und als ich aus der U-Bahn-Station kam, schien schon wieder die Sonne. Ein eigenartiges Gefühl. Aber was in Tokio passiert, bleibt in Tokio. So sagt man jedenfalls ;) .

eine Seitenstraße in Shibuya bei Nacht
eine Seitenstraße in Shibuya bei Nacht
Blick auf Tokio bei Nacht vom Tokio Tower aus
Blick auf Tokio bei Nacht vom Tokio Tower aus
Tokyo Tower
Tokyo Tower
Hervé, ein französischer Opa, und ich. Nachdem ich ihm ein bisschen mit dem Computer im Hostel geholfen hatte (er sprach weder Japanisch, noch Englisch) freundeten wir uns an
Hervé, ein französischer Opa, und ich. Nachdem ich ihm ein bisschen mit dem Computer im Hostel geholfen hatte (er sprach weder Japanisch, noch Englisch) freundeten wir uns an

Soweit zu meinen Erlebnissen in Tokio. Obwohl ich nun schon wieder zurück bin und mich (halbwegs) eingelebt hab, wird noch ein letzter, abschließender Eintrag folgen - der Epilog ! Bis dahin!

~ euer Badem. 28. 03. 2017


Tag 2 - Das Biermuseum

 

Hast du schon mal vom Bier "Yebisu" gehoert? Nein? Das hab ich vor Tokio auch nicht, ich kannte bis dahin nur "Asahi Super Dry". Nun, "Yebisu" ist Teil der "Sapporo Brewing Company" (die kennt man ja) und wird mit extra aus Bayern importiertem Hopfen und Hefe gebraut - sogar nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516! 

 

Dies und vieles mehr habe ich am Donnerstag bei meinem Besuch des Biermuseums im Stadtteil Ebisu/ Meguro gelernt. Das Museum an sich ist eine riesige Halle, jedoch mit einer sehr uebersichtlichen Ausstellung.... was nicht so tragisch ist, da der Hoepunkt des Besuches eh die Bierverkostung ist :D . Zusammen mit Ryan, der auch auf meinem Zimmer und ebenfalls aus der USA ist, besuchte ich also das Museum und probierte vier verschiedene Biersorten. Pils, Amber, Schwarzbier und eine Mischung aus dem Pils und dem gruenen Tee Matcha! MANN, WAR DAS LECKER! Vor allem die Bier-Tee Mischung kann ich mir perfekt fuer heisse Sommertage vorstellen. Was fuer ein Museumsbesuch!

Was haben wir an diesem Tag ausserdem noch gemacht? Nun, nach dem Biermuseum gingen wir (leicht beschwipst) ins Tokyo Museum of Photography und sahen uns zwei Ausstellungen an. Die erste zeigte ausschliesslich Bilder von einem japanischen Kuenstler, die mit Kontrasten, Licht und Schatten und so experimentierten. Die zweite behandelte die Anfaenge der japanischen Fotografie in der zweiten Haelfte des 19. Jh. als die Japaner begannen, mit den Europaern zu handeln (handeln mussten...die Europaer hatten Waffen) . Beides sehr interessant! 

 

Ausser den Museen haben wir uns noch Ebisu und Meguro angesehen, waren Kleidung shoppen (ja, auch das muss sein!) sind an einem Fluss entlangspaziert und waren in einigen Laeden (u.a. auch Buchlaeden, wodurch mir wieder einmal bewusst geworden ist, dass ich Japanisch lernen moechte, weil ...naja, die Buecher sind halt alle auf Japanisch) und in einem netten Cafe. Ach, was sind wir wieder viel gelaufen! Man koennte sagen, dass ich in den paar Tagen hier in Tokio streckenmaessig wahrscheinlich einen der neuseelaendischen "Great Walks" gelaufen bin!

~euer Badem. Di. 14.03.2017


Wandern in Tokio

 

Tag 1 - Im Pokémon-Center

 

Am 8. März wachte ich früh auf. Natürlich, denn mein Körper war ja noch auf neuseeländisch Zeit eingestellt und um 6 war deshalb für ihn schon 10. Am Abend zuvor bin ich , nachdem ich den Zug vom Narita Airport nach Asakusa genommen hatte und gut eine Stunde durch die Gegend geirrt war (letztendlich habe ich einen netten Polizisten nach dem Weg gefragt) recht spät am Abend im Hostel angekommen. Da ich sehr hungrig war, bin ich noch auf der Suche nach etwas Essbarem raus gegangen und einfach in ein nett aussehendes kleines Lokal gegangen...so eine Art privates "Diner". Das Essen, das von einer älteren Dame im Kimono zubereitet wurde, war echt lecker (auch wenn ich nicht immer ganz genau wusste, was es war), das Problem war nur, dass keiner von den wenigen Anwesenden Englisch sprechen konnte. Unsere Konversation fiel daher etwas mager aus - der Preis nicht. 2000 Yen! Ich hab doch gar nicht so viel gegessen! Das sagte ich der Dame auch, die mich überlegen und etwas mitleidig anschaute. Verdammt, ich hatte mich nicht nach dem Preis erkundigt. Ok, schwamm drüber! Schnell ging ich Schlafen um wieder einen klaren Kopf zu bekommen.

 

Jedenfalls wachte ich am nächsten Morgen früh auf und ging runter zum (kostenlosen) Frühstück. Mein Zimmernachbar, Jordan aus Miami, grüßte mich mit einem trockenen ,,What's up, dude?" . Bei ein paar Scheiben Toast und hausgemachter Suppe kamen wir dann ins Gespräch und entschieden, den Tag (der für uns beide der erste in Tokio war) gemeinsam zu verbringen.

 

So erkundeten wir zuerst natürlich unseren Stadtteil, Asakusa, der verglichen mit anderen Teilen Tokios sehr ruhig und auch traditionell ist. So gibt es viele kleine Gassen mit kaum oder keinem Verkehr und viel altertümliche Architektur zu sehen. Auf den größeren Straßen fiel mir, wie in der Nacht zuvor, auf, wie still es trotz Verkehr war! Alles geht ruhig seinen Gang und irgendwie scheint jeder auf jeden Acht zu geben. Autofahrer auf Fußgänger und umgedreht und sogar die Fahrradfahrer werden beachtet und nicht einmal angehupt! Schnell kamen wir dann zum wichtigsten Ort in Asakusa, dem shintoistischen Tempel Senso-ji. 

Der Senso-ji Tempel, spirituelles Zentrum in Asakusa
Der Senso-ji Tempel, spirituelles Zentrum in Asakusa

Dieser ist Teil einer ganzen Tempelanlage mit einem Pagodenturm (der leider gerade renoviert wird, weshalb wir ihn nicht sehen konnten ... aber kein Wunder, wenn man bedenkt wie steinalt der schon ist!), vielen kleineren Schreinen und Tempeln, kleinen Buddha-Statuen, einem Bach mit massigen Koi-Fischen (ob man da wohl angeln darf ...?) und vor allem, um der spirituellen Energie noch mehr Ausdruck zu verleihen, ganz vielen wunderbaren Souvenirläden und Fressbuden. Für letzteres gibt es sogar eine eigene Straße, die vom Kaminari-mon gate, praktisch dem Eingang der Anlage, zum Senso-ji führt. Ich, der sich bei so vielen verschiedenen Läden für Andenken und Essen immer schlecht entscheiden kann, hab mich eher zurück gehalten (naja, vielleicht nicht beim Essen ;P ), während Jordan vollkommen in seinem Element gewesen zu sein schien (Zitat: "I hate all this consumerism and greed in the US. But what should I do? Once I step up with my career and earn lots of money I can do good things...").

Schließlich zog es uns dann fort von dem ganzen Trubel und hin zum Tokyo Skytree, der mit der dazugehörigen Mall einen weiteren riesigen Komplex bildet. Ungefähr so wie unser Atrium in Weimar. Naja...und mal 100. 

Der Skytree, vom 22. Stock des Information-Centers aus betrachtet
Der Skytree, vom 22. Stock des Information-Centers aus betrachtet
Ich, nachdem ich ein legendäres Pokemon gefangen habe
Ich, nachdem ich ein legendäres Pokemon gefangen habe
Jordan genießt seine Ramen-Nudeln
Jordan genießt seine Ramen-Nudeln

Dort hatte ich unter anderem die Möglichkeit, in ein Pokémon-Center zu gehen, um meine verletzten Pokemon zu heilen, ähh... ich meinte, lustige Pokémon-Merchandise-Artikel zu begutachten. Auch gab es im Skytower einen Shop, der vollständig den Hayao Miyazaki-Filmen gewidmet war (falls du diese Filme nicht kennst: Verlasse unverzüglich diese Seite und schau dir einen an!). Da gab es riesige Totoro-Plüschtiere, Katzenbusse, Ohngesichter und kleine Rußmännchen mit Augen. Es war wunderbar dort :D . Nach unserer Erkundungstour durch die verschiedenen Fashion-läden, Restaurants und die Parfum-Abteilung gönnten wir uns erstmal ne schöne warme Schüssel Ramen-Nudeln.

 

Nach dem Skytree ging es dann mit der Metro zum Stadtteil Shibuya, in dem sich eine berühmte Kreuzung befindet, auf der täglich mehrere Millionen Menschen die Straßenseite wechseln. Es lässt sich schwer beschreiben, wie sich Shibuya und diese Kreuzung anfühlen. Zum einen gibt es dort massig Leuchtreklame mit Werbespots, die einem ein sorgenfreies Leben mit Apple-Produkten und Nudelsalat versprechen und dann diese vielen Menschen, die bei 

Grün aufs Signal gleichzeitig über die Straße gehen, wie eine Ameisenkolonie. Und all das ohne viel zu reden, mit dem Blick gerade aus oder auf das Handy gerichtet, noch im Anzug oder im trendigen Wintermantel. Das finde ich sehr auffällig hier: Dass wirklich JEDER absolut fash angezogen ist! Die Farben sind stimmig, die Hemden faltenfrei...man könnte an sich jeden Bewohner hier nehmen, wie er/sie ist und zu den Puppen ins Schaufenster stellen (mal übertrieben ausgedrückt...nicht, dass ich sowas machen würde, das wäre creepy)! Gleichzeitig gehen die Tokyoter mit einer gewissen Schüchternheit oder Reserviertheit durch den Alltag, was es vor allem für einen "foreigner", wie ich einer bin, schwierig macht, Kontakte zu knüpfen. Trotzdem gibt es aber diesen gewissen subtilen Humor bzw. eine Art Leichtigkeit, die man unter anderem am Abend nach der Arbeit beobachten kann, bei zwei zahnlosen Opas, die zusammen Sake trinken gehen oder einem jungen Paar, das zusammen im Zug Blicke austauscht...

So endete mein erster Tag in dieser riesigen, schnelllebigen Stadt, die dennoch von der Achtsamkeit und Ruhe der japanischen Mentalität durchzogen ist, in Shibuya, zwischen tausenden von Menschen.

underpass, ein wenig abseits in Shibuya
underpass, ein wenig abseits in Shibuya

Zugegebenerweise bin ich schon sehr müde (hier ist es schon nach 1 Uhr am Morgen), daher geht es erst früh weiter mit Tag 2 - Das Biermuseum !

euer Badem. Mo. 14.03.2017

 

ABER HALT! Es gab ja wieder ein Gewinnspiel!

 

Und der Gewinner iiiiiiiist..... BEN AUS WEIMAR!! Glückwunsch Ben, du darfst dich über eine limitierte "Bademeister Actionfigur" freuen! Auf Knopfdruck zitiert sie dir Nietzsche und Camus rückwärts. 

Und das ist noch nicht alles! Wenn du dich innerhalb der nächsten halben Stunde bei unserem Bademeister-Support meldest, bekommst du eine "Ben Actionfigur" zum halben Preis ON TOP ! Sie kann 50 Verben auf Latein konjugieren - ideal für die nächste Prüfung! 

129,99 (UVP), Preise können abweichen


Tokyo Ho(s)tel

 

Ok, ich mache es kurz und knackig: Ich bin in Tokio. So, jetzt ist es raus. Was fuer mich lange Zeit nur ein Traum war, ein Gedanke nach dem Motto "irgendwann mach ich das mal..." hat sich dann doch verwirklicht. Schon im Oktober hab ich alles vorbereitet, Flugticket gebucht - boom!

 

Und Neuseeland habe ich nun hinter mir gelassen. Neuseeland, ein Land in dem ich geschlagene 8 Monate meines Lebens verbracht habe. Von den ersten zoegerlichen Schritten in Auckland, ueber unsere Wwoofing-Erfahrungen, Arbeit bei UNICEF und Traffic-Controll zu noch mehr Wwoofing und unserer anschliessenden Reise. Und Mann! Was bin ich/ sind wir gewandert! Wir haben atemberaubende Natur bestaunen koennen und haben viele sehr nette Leute kennengelernt. Auf der Suedinsel haben wir uns "getrennt", Ben hat mit dem Bus eine Rundreise gemacht, waehrend ich mit Moritz rumgecruised bin. Dann kam Nelson. Mandela ...nee, Spass! :D . Ok, ich versuch's nochmal: Dann kam Nelson. Und damit mein Job bei TANK und damit auch der Beginn meines Community-Lebens im Customhouse hostel.

 

 

 

Bald hatte ich auch nur noch wenige Wochen im Land der langen weissen Wolke uebrig. Dann hiess es wieder: Abschied nehmen. Wieder nach Picton, wieder mit der Faehre nach Wellington. Urspruenglich hatte ich geplant, einfach mit dem Bus zu fahren und in Wellington vom Hafen zum Hostel zu laufen aber haha! - gluecklicherweise bin ich im Hostel in Nelson noch einmal mit Matthieu zusammengetroffen, der auch lange Zeit im Hostel gewohnt hat. Da wir zufaellig die selbe Faehre gebucht hatten, hat er mich einfach mitgenommen, wir haben auf der Faehre Karten gespielt (jedes Mal, wenn man 3 Mal verloren hatte, musste man 20 Liegestuetze machen...) und er hat mich noch zum Hostel gefahren. Am naechsten Tag ging es weiter nach Napier, wo ich William wiedergetroffen hab. Dann sind wir in seinem Van Richtung Gisborne gefahren und sind fuer 3 Tage den "Lake Waikaramoana"-Great Walk gewandert. Nach der ersten Nacht, die wir in einer Huette in 1100 Meter verbracht haben, ging es 2 weitere Tage durch dichten neuseelaendischen Urwald. Dabei hab ich eher weniger geprochen, dafuer haben wir gesungen (William hat seine Gitarre mitgenommen :D ) und William hat mir alles uebers Whisky-Brauen erzaehlt, was er wusste... und das ist echt viel!

 

Nach dem Walk ging es Richtung Taupo. William wollte am Tag darauf den "Tongariro Northern Circuit"-Great Walk in Angriff nehmen und ich weiter nach Auckland. So ging es zunaechst auf endlosen Schotterpisten nach Taupo, wo wir auf Wiedersehen sagten. In Taupo war es heiss. Verdammt heiss. So lag ich also im stickigen Vierbett-Zimmer, erschoepft vom Walk und sass praktisch auf heissen Kohlen. Mensch, nur noch eine Woche, dann bin ich in Tokyo, wie schnell die Zeit vergeht!

 

In Auckland angekommen nahm ich auch sofort die Faehre nach Waiheke Island um der Stadt zu entfliehen und um mich mit Chiara (meiner Kollegin von UNICEF) wiederzutreffen, die dort fuer gut vier Monate gekellnert hat. Und wieder einmal ist mir aufgefallen, wie wahnsinnig schoen Waiheke Island ist. Vielleicht sogar mein Lieblingsplatz in Neuseeland... neben Nelson natuerlich! Ich hab bei einem Kiwi-Kumpel von Chiara uebernachtet, der 5 Gitarren hat und Fotograf ist. Zwei Tage nach meiner Ankunft kam noch Frederic aus Schweden, auch ein Kumpel von Chiara dazu und wir haben viele krasse Sachen zusammen gemacht (eine Tonne Sushi, Wandern, Gemuese-Tofu-Curry, mehr Sushi, Bananen Pancakes, am Strand abhaengen ...) . So viel Sonne auf einmal hab ich vielleicht nicht einmal in Nelson bekommen und nach den 4 Tagen auf der Insel war ich braun wie ne Haselnuss.

 

Faehre zurueck nach Auckland. Sofort vor der Stadt fliehen und in den Bus. Nach Warkworth, denn natuerlich wollte ich auch die Dandos noch einmal sehen! Da hiess es nocheinmal: anpacken. Zusammen mit Edwin habe ich kiloweise Kampfer zum Duenger-Machen abgeschnitten, Erdbeeren umgepflanzt, saeckeweise Kompost und Sand geschleppt, als Abkuehlung gegen Hitze "Long White" getrunken (ein neuseelaendisches Getraenk mit Lemonjuice und Vodka...so gut!) und bin zu "Mitre 10" gefahren (so etwas wie "Obi" bei uns...nur zehn mal besser ;D ).

 

Als ich nach zwei Naechten Warkworth wieder in Auckland ankam, war es schon der 6. Maerz und ich konnte dieser Stadt nicht mehr entfliehen - denn am naechsten Tag ging mein Flug. Also ging ich wieder in das altbekannte Hostel, lief die mir bekannten Wege, hatte mega Hunger und wusste nicht wirklich, was ich wollte. Kaufte mir einen Burrito und hatte danach noch Hunger. Holte mir ein Curry mit Reis und Naan-Brot und hatte keinen Hunger mehr. Gluecklicherweise hab ich im Hostel Niklas aus der Naehe von Duesseldorf getroffen, der auch am 7. Maerz geflogen ist. So tauschten wir uns ueber unsere Reiseerfahrungen aus und ueber unsere Plaene und assen zusammen Cracker mit Hummus und Gurke und Honigmelone, die mir die Dandos mitgegeben hatten (natuerlich aus dem Garten... ausser dem Hummus!) und schauten einen Fim.

 

Nachdem ich die ganze Nacht vor dem Flug nicht geschlafen hatte, fuhr ich dann am fruehen Morgen mit dem Bus zum Flughafen und um 9.55 ging es los.

 

10 Stunden spaeter

 

Ich kam so gegen 5 Uhr am Nachmittag in Tokyo an und musste erstmal realisieren: Hier ist ja alles japanisch! Die Sprache, die Leute, die Kultur. Direkt nach dem Sicherheitscheck wurde ich erstmal von Leuten vom Fernsehen interviewt. Warum ich denn entschieden haette, nach Japan zu kommen. ...na wegen Hayao Miyazaki und der Kultur und Sushi und so. Ok, das klingt ein wenig flach, aber tatsaechlich wollte ich hier schon immer ein Mal hin und ich weiss auch nicht genau, woher diese Faszination fuer das Land kommt. Nachdem ich den Zug nach Asakusa, den Stadtteil in dem mein Hostel ist, genommen hab und eine gute Stunde durch die Gegend geirrt bin, habe ich das Hostel endlich gefunden und konnte schlafen. Lange schlafen, denn die naechsten Tage sollten sehr ereignisreich werden, das wusste ich.

 

Mehr dazu spaeter...und Bilder, versprochen! ;)

~euer Badem. 10.03.2017

ES GIBT WIEDER ETWAS ZU GEWINNEN!

 

Beantworte einfach die folgende Frage:

"In welcher Stadt ist der Bademeister zur Zeit?"

A: Tokyo

B: Afrika

C: Apolda

 

Der Gewinner darf sich ueber 1 von 10 Bademeister- oder Ben-Actionfiguren

zum Spielen, Kuscheln und Liebhaben freuen.

Viel Erfolg!

 


Fortsetzung zu "Im falschen Film oder: Manager Mauliks Mystery-Shopper" 

 

Ich sitze wieder auf meiner angestammten Bank und denke nach. Irgendwie sind viele Leute in Neuseeland schon recht komisch, denke ich. Im krassen Gegensatz zu der Freundlichkeit und Warmherzigkeit, die man von den Kiwis erwartet (und auch oftmals erfährt, das muss ich betonen!!), sind einfach viele Leute ständig mit sich selbst, ihren Selfies, der Arbeit und Geld beschäftigt. Na gut, das ist wohl auch nicht nur in Neuseeland so. Dennoch habe ich die These aufgestellt, dass TANK deshalb so gut läuft, weil dort der postmoderne, orientierungslose Mensch, der im Zahnrad der Gesellschaft lebt, für ein paar Minuten einen Halt findet. "Guilt free" steht auf den Bechern, in denen wir die Smoothies servieren. Das drückt finde ich das ganze Konzept aus. 

 

Aber hinter den leckeren Smoothies steckt natürlich viel mehr. Viel Planung, Schweiß und Yoghurt. Und Arbeiter und auch ein Manager natürlich. Aber wer ist denn nun dieser ominöse Mystery-Shopper, vor dem Maulik so Angst hat?

 

Neulich stand ich mit Maddy, meiner Kollegin im Store und wir haben Orangen geschnitten.

 

Maddy: "... the most funny thing is that I work here at TANK but at the same time I am the mystery-shopper :D ."

 

"Ich: WHAAT??? You are the mystery-shopper??? DEFUQ!!"

 

Was wirklich witzig ist, ist dass Maddy im Allgemeinen ziemlich frech und störrisch ist und Maulik sich über sie aufregt. Seitdem er aber weiß, dass ihr zweiter Job bei dem Unternehmen ist, dass immer die Restaurants überwacht undsoweiter, bemüht er sich, zu ihr freundlicher zu sein.

 

Neben mich hat sich eine junge Frau gesetzt und wir kommen ins Gespräch. Sie ist aus Deutschland. Wir haben gerade ein paar Minuten geredet, da kommt Ole um die Ecke. Nein, Nine, nicht dein Ole. Aber OLE! Der, den ich damals vor nem halben Jahr in Auckland getroffen hab. Nur dass er jetzt einen Vollbart hat und recht stoned aussieht. Aber so ein Zufall! 

 

Aber das ist noch nicht alles. Kurz nach ihm kommen drei weitere Deutsche, die Ole irgendwann mal getroffen hat, zufällig dazu und aufeinmal stehen wir da in einer recht großen Gruppe. Ich bin doch wohl im falschen Film! Auf einmal sagt jemand hinter mir: "HEFTIG!" und legt mir eine Hand auf die Schulter. Ich drehe mich um und sehe einen jungen Typen mit Sonnenbrille, der mich angrinst und nochmals "HEFTIG!" ausruft. Es stellt sich heraus, dass er ein Kiwi ist, der Flyer für eine Techno-Party verteilt und nur dieses deutsche Wort kennt.

 

Mächtig gewaltig, mächtig gewaltig - ...ich meine: HEFTIG!!!

 

Das finde ich halt schon...naja...heftig, dass man einfach für 5 Minuten auf einem random Platz in Neuseeland sitzen kann und auf einmal von einer Gruppe von Deutschen umringt ist. Ich will das ja gar nicht werten oder so, aber was ich hier schon an Zufällen alles erlebt hab, ist der Wahnsinn!

 

David, Julian und ich mit Kürbissuppe (sogar Petersilie oben drauf!)
David, Julian und ich mit Kürbissuppe (sogar Petersilie oben drauf!)
Blick vom Hafen
Blick vom Hafen
Posen am Hafen :3
Posen am Hafen :3
Dinner for ten :3
Dinner for ten :3
William und ich beim .... äh, Musik machen (oder jedenfalls unserer Interpretation von Musik machen)
William und ich beim .... äh, Musik machen (oder jedenfalls unserer Interpretation von Musik machen)

Ich verabschiede mich von Ole und den anderen Leuten und mache mich mit dem Rad auf den Weg ins Hostel. Heute war mein letzter Arbeitstag. Ich habe meinen letzten Smoothie gemacht, das letzte Mal den Boden gemobbt und nun ist Schluss. Komisch. Donnerstag werde ich auch schon weiterziehen, zuerst nach Picton und dann mit der Fähre wieder nach Wellington. Während ich mit dem Rad fahre, betrachte ich die umliegenden bewaldeten Berge, das Meer und den Himmel, an die ich mich so gewöhnt habe und die ich nach fast zwei Monaten jedes Mal aufs neue bewundere. Und ich denke an die gemeinsame Zeit, die ich mit all den Leuten im Hostel schon verbracht habe. Mit Julian und David, Lena, Lena und Till, Molly, Leana, Nina und Pauline. Und natürlich Jasper, Hannes, Chris und Matthias (Matzeeee). Wir haben zusammen Sushi gemacht, so viel, dass sogar bei zehn Leuten noch was über war. Haben am Strand Beach-Fußball und Basketball gespielt, waren trainieren, sind zusammen vom Hafen ins Meer gesprungen und sind wie eine kleine Familie zusammen gewachsen. Auch habe ich meinen Traum verwirklicht und habe mir doch noch die "Pic's Peanutbutter factory" zusammen mit David angeschaut. Einen neuen Haarschnitt habe ich auch bekommen, von Isabell aus Baden-Württemberg und war mit Stine klettern.

 

Und Yuki? Nun, Yuki ist schon vor ein paar Wochen abgereist. Nach Auckland, weil er dort bessere Aussichten für sein Business hat. "Ichigo ichie", sagte er zu mir zum Abschied. "One life, one meeting". Dass Yuki, der ja von Anfang an im Hostel dabei war, weitergereist ist, hat mir verdeutlicht, dass auch meine Reise bald zu einem Ende kommt. Ich habe in der Zeit in Neuseeland so viel gelernt und erlebt und nu freue ich mich, wieder zurückzukehren. 

 

Aber noch bin ich ja hier und habe die letzten paar Wochen auch noch einiges vor :D. Ich biege in die Einfahrt ein und vom Eingang her sehe ich schon meine Freunde. " Hey, Richie! Kommste mit zum Strand, Fußball spielen und danach Wharf-Jump?"

 

Ich nehme meinen Helm ab -

und bin sowas von dabei!

~euer Badem. Mi. 22.02.2017

Wir beim "Wharf-Jump"
Wir beim "Wharf-Jump"
David, ich und die anderen Besucher nach der Erdnussbutterfabrik-Tour
David, ich und die anderen Besucher nach der Erdnussbutterfabrik-Tour
Yuki (ja, so sieht er auch in Wirklichkeit aus! ;) )
Yuki (ja, so sieht er auch in Wirklichkeit aus! ;) )

Anmerkung: Ich habe es ausserdem tatsaechlich geschafft, nochmal bei dem Japanischen Garten vorbei zu schauen. Der aufmerksame Leser wird sich vielleicht erinnern, dass der Ben und ich das schonmal versucht haben, ihn aber nicht fanden. Hier jetzt also exklusive Bilder des "Miyazu"-Gartens und meiner Fahrradtour dort hin :) .

Nelson von oben
Nelson von oben
eine Bank
eine Bank

Im falschen Film oder:

Manager Mauliks Mystery-Shopper

"When a person really desires something,

all the universe conspires to help this person to realize his dream."

- from: "The Alchemist"

 

Ich stehe in meinem Saftladen und träume vor mich hin. Leider habe ich lange keine Zeit gefunden, etwas zu schreiben, wobei in den letzten zwei Wochen unheimlich viel passiert ist. Heute ist nicht sonderlich viel los, nur ab und zu ein Kunde und so ein Smoothie ist ja schnell gemacht. Eine Frau kommt durch die Tür und auf mich zu. "One Rawesome Greens Smoothie please, thanks." Kein Ding. 

Moment mal. Hat die Frau etwa einen Vogel im Ausschnitt sitzen?! Tatsache. Da sitzt, gut behütet, ein grüner, kleiner Wellensittich und lässt sich herum tragen.

"Ehem...is this your bird?", frage ich mit meinem leichten deutschen Akzent, den ich noch nicht abgelegt habe (und wahrscheinlich auch nicht tun werde). "Yes", antwortet die Dame, als hätte ich sie nach dem Wetter gefragt.

"Aha."

 

Viel Zeit zum Nachdenken bleibt mir jedoch nicht. Kaum habe ich das Getränk serviert, kommt mein Manager angehechtet. "Rischard, can you cut some apples pleeease?". Ok, Äpfel also. Ich gehe in den hinteren Raum und sehe, dass Äpfel schon geschnitten wurden. "Rischard, serve the cutomers pleeease!", tönt es aus dem vorderen Raum. Ok, dann bediene ich mal die Kunden.

 

Während ich die Bestellungen aufnehme, muss ich an den einen Tag denken, an dem ein älterer Mann mit einem Sack auf dem Rücken beladen in unseren leeren Shop kam.

"What can I do for ya?"

"I have 500 gramms of Methamphetamine in this bag. Do you guys trade with this shit?", sagte der Mann

"Ah, so you are our delivery for today?", gab ich trocken zurück und schaute meine Kollegin Maddy hilfesuchend an.

Diese schickte den Opa fort, der vor sich hin brabbelte und, wie ich später erfuhr, meine Kollegin auf der Strasse noch eine ganze Weile verfolgte und belästigte. Das ging so weit, dass ihr der Kragen geplatzt ist und sie ihn angeschrien hat, er soll sie doch bitte in Ruhe lassen. Als er dies nicht tat, kam ein zufälliger Passant dazu und gab dem Mann eins auf die Zwölf. Das nenn' ich mal Zivilcourage!

 

Oder diese Frau und ihr Sohn, die am selben Tag am Morgen in den Shop kamen! Es waren nur Harpreet, meine indische Kollegin (eine meiner indischen Kolleginnen) und ich dort und noch recht verschlafen.

"Can I get a mini orange please?", fragte sie in einem recht unfreundlichen Tonfall. "Sorry, what please?"

"A mini orange, thanks." ..."Ah, so you want just an orange juice in a small cup?"

Dann ist sie explodiert.

"If you two can't speak English then you can ask me if I can speak more slow. Seriously, am I the only person here in this room who can speak English??"

Während ihrer Schimpftirade habe ich es doch noch geschafft, eine wunderbare mini Orange zuzubereiten.

"No, I reckon your son can speak some English too? And I got to manage to make you a lovely mini orange as well. Have a good day, see you never again." (das letzte habe ich zwar nicht gesagt, aber ich hab sie böse angeschaut)

 

"Rischard, you can go on your half an hour break pleeease." Die Stimme meines Managers reißt mich zurück aus meinen Gedanken. Ich nehm meinen Rucksack und mache mich auf den Weg zu meiner Stamm-Bank auf dem Trafalgar Square. Irgendwie ist er ja schon nen ganz lieber Kerl, wenn auch echt verpeilt, denke ich. Maulik hat ja immer so Angst vor dem "Mystery Shopper", also einem Käufer, der sozusagen undercover einkauft und die Hygiene/den Service ... überprüft. Eine Art Gesundheitsinspektor praktisch. "If Mysterrry-Shopper sees sis we'll be in trrrouble."

 

Nun, ich weiß, wer der Shopper ist, aber ich mache erst mal ein Nickerchen auf der Bank und erzähle es euch morgen! :)

      ~euer Badem. 17.02.2017

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Kommentare: 13
  • #1

    Anton (Mittwoch, 04 Januar 2017 04:16)

    Also dieser Ben scheint schon ne coole Nudel zu sein. Den würde ich auch gerne mal kennenlernen!

  • #2

    Richard (Mittwoch, 04 Januar 2017 06:25)

    Nee du also ich find den bademeister viel cooler! :P
    ^^ ...richtig tolles Video!!!

  • #3

    Helga (Mittwoch, 04 Januar 2017 08:11)

    Also ich finde beide total cool und das Video prima. Ein wunderbarer Abschluss für eine aufregende und schöne Reise. Auf ein Wiedersehen in Weimar!!

  • #4

    Juan (Montag, 23 Januar 2017 20:07)

    Someone PARTYMIX?????????
    ^^ nice Scheiße Bademeister!

  • #5

    Helga Oma (Dienstag, 31 Januar 2017 21:34)

    Hallo Bademeister / Barmixer als wohl eine der ganz Alten, lese ich den Blog weiter mit Vergnügen und freue mich über jeden Eintrag und das es Dir gut geht. Noch viel Spaß beim Mixen.

  • #6

    Walle (Dienstag, 07 Februar 2017 11:50)

    Ach Männer, was bin ich neidisch auf euch! Bitte mehr texte, fotos und ein Video über individuelle peanutbutter herstellung :P viele Grüße aus hamburg, walle

  • #7

    Bademeister (Dienstag, 07 Februar 2017 23:05)

    Danke, Oma Helga, das freut mich sehr, dass du weiterhin gerne meine Erlebnisse verfolgst! :) ...ich versuche auch, so regelmäßig wie möglich zu schreiben aber oft kommt man einfach nicht dazu.

  • #8

    Oma Helga (Freitag, 10 Februar 2017 17:35)

    Aber ja doch! Bin immer auf dem neusten Stand. Für die restlichen Tage in Nelson noch viel Spaß. Liebe Grüße aus dem winterlichen Berlin. Heute früh - 7 Grad und eiskalter Ostwind.�

  • #9

    Anton (Donnerstag, 16 Februar 2017 12:14)

    :D ein neuer Blogeintrag pleeeeeaaass ^^

  • #10

    Maggi (Samstag, 18 Februar 2017 03:55)

    Danke für die lustigen Einträge!

  • #11

    Maggi (Mittwoch, 22 Februar 2017 07:47)

    Das Bild, was du von Yuki gezeichnet hast, ist ja mal der absolute HAMMER!

  • #12

    Ben (Freitag, 10 März 2017 12:26)

    Apolda! Hab ich jetzt was gewonnen?

  • #13

    Jeru (Montag, 20 März 2017 23:48)

    Verdammt, jetzt ärgere ich mich richtig, dass ich nicht nach Japan gefahren bin!
    Ich muss hier in Ilmenau rumsitzen und Mathe lernen-ziemlich öde.
    Aber das werde ich irgendwann auch nochmal machen, eventuell nehme ich mir ein Semester frei.
    Und ich empfehle dir mal etwas aus der Stadt zu fahren und dir ältere Schreine anzuschauen (viel Spaß bei den Stufen :-) )


Achtung Achtung! Am anderen Ende dieser Seite ganz unten gibt es frische Bilder aus meiner Zeit in Nelson :) (die Jimdo-App ist ein wenig komisch, deshalb sind die dort)

 

Alles muss man selber machen ^^ oder Neuseeländische Bilder aus Weimar ;)

Erdnussbutter-Ekstase

 

Ok, erstmal vorweg: Tut mir voll Leid, dass in letzter Zeit recht wenige (also eher keine) Bilder zu sehen waren, was zum einen daran liegt, dass ich im Allgemeinen nicht so viele Bilder mache und auch die Handykamera von Bens Handy nicht so knorke ist (was nicht heißen soll, dass ich nicht froh darüber bin, es zu haben, so ist das nicht! ;) ). Auch warte ich noch auf ein paar Bilder von Moritz und auch von Karo und William. Aber egal, hoffentlich gefallen euch die Einträge nach wievor und ihr lest alles fleißig; wir schreiben darüber einen Test, wenn ich zurück bin!

 

Was ist also zuletzt passiert? Nun, einmal: Arbeit. Nachwievor gefällt es mir echt gut in meinem Saftladen zu arbeiten, wobei mein Manager Maulik schon sehr gewöhnungsbedürftig ist. Nicht, dass er irgendwie cholerisch oder so wäre. Es ist mehr so, dass er alles schlecht managed ... was ein Manager schon tun sollte. 


Ben: weiterfolgende Worte folgen den gefolgten Worten in Folge ähhh kürze!  (technische Schwierigkeiten)


So, ich bin zurück ^^ . Nachdem gestern mal wieder sehr schnell meine "Computerzeit" in der Bibo abgelaufen war, habe ich versucht, am Handy über Wlan weiter zu machen, aber es hat nicht funktioniert und haste nicht gesehen!!!

Aber zum Glück steht mir der Ben ja mit Rat und Tat zur Seite und hat ein paar Bilder für mich hochgeladen, die meinen Maori-Kollegen und mich in unserem Arbeitsumfeld zeigen (s.o.) .

 

Jedenfalls läuft es bei der Arbeit tip top und es ist an sich etwas schade, dass ich heute schon meine Kündigung einreichen musste, um für den 22. Februar zu kündigen (3 Wochen Frist). Und dann ist es ja schon gar nicht mehr lang, denn am 7. März geht es von Auckland aus wieder los!

 

Wie verbringe ich also im Moment meine freie Zeit? Nun, nachdem zuletzt der größte Teil der ehemaligen "Longterm"-Gruppe im Hostel, also die Leute, die dort über einen längeren Zeitraum z.b. für die Arbeit logierten, abgereist ist, wurde es erstmal ... still.

 

...

 

So ungefähr. Vor allem ist es schade für mich, dass William abgereist ist, mit dem ich mich echt gut verstanden hab und mit dem ich jetzt erstmal keine Musik mehr machen kann :'( . Die letzten Tage war es dann sehr ungewohnt, am Morgen am Frühstückstisch zu sitzen und einfach mal niemanden um sich zu haben! Aber natürlich, wie das unter Reisenden so ist, kommen und gehen die Leute und mittlerweile hat sich schon wieder eine neue kleine Gruppe von Leuten gebildet, namentlich: David, Julian, Olli und ich. Dazu folgende Szene:

 

Olli: "Ich bin ürigens der Olli!"

Ich: "Hi! Ich bin der Richard!"

 

...

 

Ich: "Jetzt wo alle Leute weg sind, wollen wir da ne 

neue Longtermgruppe aufmachen? ;D "

Olli: "Ja! Da bin ich dabei!"

 

Und so ergab es sich, dass ich gestern Abend zuerst mit David und Julian (beide aus München und auch gerade mit da school fertig) zum Strand gejoggt bin und wir danach noch krasse Sachen gekocht haben (also...Essen). 

 

Was aber hat denn jetzt die Erdnussbutter mit all dem zu tun? Nun, bevor Zag, der coole Rasta-Rezeptionist, und seine Freundin Delphy abgereist sind, haben wir noch alle gemeinsam selbst Erdnussbutter gemacht. Dazu benötigt man:

2 kg ungeschälte Bio-Erdnüsse

Einen Ofen

Gute Laune

Eine Küchenmaschine

Nachdem ich also 2 kg Erdnüsse im Ofen geröstet und zum Teil "entschält" habe, kamen sie der Reihe nach in die Maschine und wurden kurz darauf zur BESTEN ERDNUSSBUTTER EVER. An die Hälfte kam nur ein wenig Salz, an die andere Hälfte dunkle Schokolade. Es ist ein Träumchen!


Was ich mit dieser Geschichte sagen möchte, ist zum einen, dass ich Erdnussbutter liebe (falls du das noch nicht weißt) und zum anderen, dass über solche gemeinsamen "Projekte" und die Liebe zu gutem Essen/ Musik/Sport ... die Menschen näher zusammen rücken, was sehr schön ist und Mut schafft.


Morgen geht es dann spannend weiter mit der Story "Im falschen Film". Bis dahin!


~euer Badem. Mi. 01.02.2017


Achtung! Dieser Eintrag hat eine Fortsetzung weiter unten 

 

忙しい

 

Achtung, der folgende Eintrag kann Spuren von

Nuessen und eigenartigen Fremdwoertern (wie z.b. "Quinoa") enthalten.

Zu Risiken oder Nebenwirkungen fragen Sie einen Bademeister Ihres Vertrauens!

(ausserdem nutze ich einen Bibiotheks-PC, der natuerlich kein ae, ue, oe oder ss kennt...daher die

komische Schreibweise)

 

"RAW LEEN 'N GREEEEENS!!!", toent die Stimme meines Chefs wie das Mantra eines Zen-Moenches durch den Laden. Gemeint ist allerdings keine exotische Kamasutra-Stellung, sondern vielmehr ein Smoothie. Ein auf Spinat und Kohl basierender Raw-Smoothie mit extra-shot "Good green stuff". Ok, das klingt schon recht eigenartig, wie erklaere ich das am besten? Am besten fange ich einfach mal von vorne an.

 

Am Anfang...gab es den Vertrag. Und ich fand, dass er gut war. Das heisst, zumindest ganz annehmbar. Wie schon erwaehnt 20 Stunden Arbeit fuer die Kette "TANK". Unterm Strich habe ich in der letzten Woche dann doch rund 55 Stunden, also nur unwesentlich mehr gearbeitet, als zuerst ausgemacht. Finde ich jetzt aber nicht sooo schlimm, weil: wird bezahlt. Das Team besteht zunaechst aus meinem indischen Manager Maulik (warum hab ich eigentlich immer indische Chefs?!), der ziemlich cool drauf, allerdings aber auch ziemlich verpeilt ist. In den ersten 2, 3 Tagen hat er mich und Charley (aus den UK) die ganze Zeit von einer Aufgabe zur anderen gescheucht, selbst wenn wir diese gerade erst begonnen hatten. Dazu muss ich sagen, dass die ersten Tage meiner "Karriere" gleichzeitig auch die stressigsten bisher waren, mit vielen hungrigen, durstigen und ungeduldigen Leuten. Neben Maulik und Charley gibt es noch zwei Kiwis und zwei weitere Inderinnen, die im Laufe der letzten Woche begonnen haben.

 

Was ziemlich cool an meinem Saftladen ist: Es gibt Saefte, Wraps und Smoothies. Das Schechte ist: Es gibt gefuehlt 100 verschiedene davon (und gar nicht mal nur "gefuehlt", ich denke es ist tatsaechlich so)! Da gibt es "Strawberry Lush", "Tank Mango", "Health Nut Protein", "Paleo Active Greens" und und und... Das Gute ist ausserdem, dass ich jetzt viele verdammt gute Smoothie-Rezepte und auch Rezepte fuer Wraps und Salate kenne (Mama, bitte bestell schon mal einen Smoothie-Maker!) . Was ich allerdings echt nicht erwartet hatte, waren tatsaechlich die Leute... das heisst, mir war schon klar, dass in ein Takeaway-Restaurant ab und zu Menschen rein gehen und auch was kaufen wollen und wir nicht nur die ganze Zeit Smoothies fuer uns machen. Aber dass die Leute telweise so unfreundlich sind, haette ich nicht gedacht. Fuer Neuseelaender eigentlich ganz untypisch, so dachte ich, gruessen dich viele gar nicht, vom Blickkontakt mal ganz zu schweigen. Aber natuerlich sind ja nicht alle Kunden so und es gibt auch einige Leute, mit denen ich mich schon sehr nett unterhalten hab. Was sehr interessant ist, sind die Kategorien, in die man die Kunden theoretisch stecken koennte. Das heisst, wenn sich ein riesiger Typ mit Muskeln auf den Muskeln durch die Tuer presst und auf dich zukommt, dann weisst du, dass es Zeit ist, ihm ganz schnell einen "Gym Junkie" oder "Life force protein" zu machen, wenn du heil nach Hause gehen willst. Kleine Maedchen und Jungs holen sich "Funky Monkey" oder "Rainbow party", junge Frauen "Strawberry lush".

 

Verdammt, ich hab keine Zeit mehr an diesem PC.

Fortsetzung folgt!

 

Eine gute Woche spaeter (Fortsetzung zu 忙しい ) 

 

Leider hat man an diesen Bibliotheks-PCs immer nur 30 Minuten Zeit, was eher unguenstig ist, da ich mir ja bekanntlich beim Blogeintrag-Schreiben ganz gerne mal etwas laenger Zeit lasse (Ben kann das bezeugen)! 

Naja, wurscht.

 

Du hast dich bestimmt schon gewundert, was eigentlich genau mit dieser mysterioesen Ueberschrift gemeint ist (wenn nicht, tu es bitte jetzt!) . Das kam so: In meinem Hostel, in dem ich mittlerweile jeden kenne und in dem jeder mich kennt, gibt es einen Japaner. Yuki aus Osaka. Wie du weisst, mag ich Japan und die japanische Kultur ja ganz gerne, sodass wir uns lange und ausfuehrlich ueber alle moeglichen Facetten derselben unterhalten haben. Wir haben sogar zusammen mit einer japanischen Freundin von ihm, die aus Blenheim gekommen ist um uns zu besuchen, Sushi gemacht (genauer gesagt "Temaki Sushi", woertlich: handgerolltes Sushi , also nicht die Roellchen, die man normal kennt, sondern man stellt alle Zutaten auf den Tisch und stellt sich dann das Sushi selbst zusammen, indem man  die Nori-Stueckchen wie Wraps zusammen rollt... aber ich schweife hab!) . Chiharu (die japanische Freundin) hat mir dann sogar versprochen, ihre Freunde aus Tokio zu fragen, ob ich im Maerz bei ihnen wohnen kann bzw. ob sie was mit mir unternehmen wollen :D . Das fand ich sehr korrekt von ihr. 

 

Eines Abends - es war ein Mittwoch (eigentlich weiss ich nicht, was es fuer ein Tag war, aber dem Esprit des Eintrags geschuldet sag ich mal Mittwoch), nee halt, Freitag! - kam ich nach der Arbeit ins Hostelzimmer, wo Yuki noch mit seiner Arbeit beschaeftigt war (er verkauft Autos).

 

"How was your work?"

"Bussy"

"Oooaaah" (das sagte er in diesem ueberrascht-beeindrucktem Tonfall, 

der den fernostasiaten eigen ist)

"What does bussy actually mean in japanese?"

"Ehhh....mmm...aahh"

...

"忙しい"

 

Daher kommt also die Ueberschrift. Woertlich uebersetzt bedeutet 忙しい "sich selbst vergessen", "lose yourself" (was nicht ueberraschend ist, wenn man sich die japanische "Arbeitskultur" mal genauer anschaut. Und auch wenn mein Job mir nachwievor echt Spass macht, freue ich mich immer wieder auf die Abende und freien Tage, in denen ich einfach mit den anderen Leuten im Hostel abhaengen und Musik machen kann (vor allem mit William aus Frankreich, der verdammt gut Gitarre spielen kann ...urspruenglich ist er allerdings Softwareentwickler ;) ).

 

Statt sich selbst "in der Arbeit" verlieren also lieber "lose yourself in the music"? Naja, ich denke mal, ein Mix aus beidem ist nicht schlecht. Am besten ein PARTY MIIIIIIIX!!!

~euer Badem. Sa. 21.01.2017

 

Ach ja!! Und alles Gute zum Geburtstag auch hier noch mal an Nine und Basti ;)


Nachtrag zu San Francisco

Am Samstag, dem letzten Tag vor meinem Abflug, welcher in ein paar Minuten bevorsteht (bin schon beim Gate), ging es früh los. Venassa (klingt so auch nicht schlecht ^^) gab mir genaue Anweisungen: " Steig in die 70 bei Mission & 1st und steig an der ersten Haltestelle nach der Golden Gate aus"... sowas kann ich ja nicht einfach so ohne hinterfragen stehen lassen. Was mache ich also erstmal als die 70 ankommt? Ich frage den Busfahrer ob er an der ersten Haltestelle nach der Golden Gate stoppt. Zum Glück rettete mich dieser vor meinem Fehler in die 70 zu steigen und verwies mich an die Buslinie 30 weiter, welche nur 15 Minuten später am gleichen Busstop hielt. Und wie vorhergesagt, stoppte der Bus auch an der ersten Haltestelle nach der Brücke und ich sprang heraus. Nur um festzustellen, dass ich irgendwo am Highway stand. Verdammt. Naja egal dann mache ich mich halt kurz auf den Weg zu Brücke und mache ein Foto von der Stadt und suche dann nach einem Wlan-hotspot um Vanessa zu schreiben. Ersteres dauert 5 Minuten letzteres naja sagen wir mal so, am Highway bis zur nächsten Stadt laufen kann dauern ^^.

40 Minuten später befand ich mich vor einem Starbucks und konnte endlich ein Lebenszeichen übermitteln^^ Wie sich herausstellte hat Vanessa die ganze Zeit am ersten Busstop der 70 nach der Golden Gate gewartet, welcher allerdings etwas weiter im Norden war, als der erste Busstop der 30. (Hierzu sei allerdings gesagt, dass Vanessa wortwörtlich schrieb: "Beim Buspad, dem ersten Stop nach der Glden Gate" was mich genau zu diesem Stop geführt hätte wenn ich nicht nachgefragt hätte...). Diesmal begleiteten uns Simone und "insert_name" (sry ich habe kein perfektes Namensgedächtnis ^-^'). Wir stiegen also alle in den Bus und fuhren zurück in die Stadt wo wir einen Zug nach Silicon Valley nahmen. Wusstet ihr, dass die Zugfahrkartenautomaten die einzigen Automaten sind, bei welchen man 1 $ Münzen bekommt als Wechselgeld? However trafen wir in/bei Palo Alto angekommen eine weitere Freundin von Vanessa "insert_Alina" (hah den Namen habe ich mir doch gemerkt) und fuhren zusammen los zum Visitorcenter der NASA. 

Simone & Vanessa (v.l.n.r.u.n.v.o.n.u.!)
Simone & Vanessa (v.l.n.r.u.n.v.o.n.u.!)

Nach unserem Besuch bei der NASA ging es sofort weiter zu Google...

Da der Komplex so groß ist, hat Google überall Fahrräder (Das Motiv kommt euch vielleicht auch bekannt vor :D  )
Da der Komplex so groß ist, hat Google überall Fahrräder (Das Motiv kommt euch vielleicht auch bekannt vor :D )

Im Anschluss besichtigen wir noch den Facebookkomplex, welcher aber sehr ernüchternd war, und gingen am Ende zusammen etwas kleines Essen und hatten noch einen schönen Abend :D
So jetzt geht es aber auch gleich los mit dem boarding und ich muss mich verabschieden!
Bis bald,

Ben (Alliteration :D ich meine B-litteration) 

Ben Sonntag 15.01.2017 14:22


San Francisco, die Stadt die niemals schläft... Ne warte mal das hab ich verwechselt! Es war Ben, der niemals schläft ^^

 

Ich gebe zu der Titel ist nicht so gelungen aber was solls ^^ zur Not könnt ihr ja immer noch wütende Kommentare schreiben ;). Tja wie ihr vermutlich bereits richtig vermutet habt, befinde ich mich derzeit in San Francisco, eine Stadt von der vermutlich jeder einmal etwas gehört hat, doch was genau gibt es eigentlich in San Francisco genau zu sehen was wir nicht in Weimar haben? Tja ich würde sagen dafür fangen wir ganz am Anfang an...
Es war einmal vor 120 Millionen Jahren, als ein Meteor Namens "Calypso 13-B" mit einem Radius von rund 10 Kilometern auf die damalige Ostküste der Usa auftraff und beim Aufprall... ok gut das ist bullshit ^^ sry. Aber gehbt es ruhig zu für einen kurzen Moment habt ihr mir geglaubt! Ok aber nun zurück zu Realität! Nach einem 11 Stündigen Flug von Auckland, wo mich Magdalena und Richard verabschiedeten nach einem sehr netten Abend zusammen (an sich nur Maggi am Morgen aber Richard ist entschuldigt er war krank), kam ich sehr früh (gegen 10 Uhr) in San Francisco an.

Nach meiner Zeitreise (Abflug 7.1. 20 Uhr - Ankunft 7.1. 10 Uhr) musste ich erstmal einen Weg vom Flughafen in die Stadt finden. Zum Glück war alles gut ausgeschildert, ansonsten würde ich vermutlich immer noch am Flughafen stehen ^^, und ich traf einen Professor aus Dunedin, welcher auch an der gleichen Station aussteigen musste wie ich.

In der Stadt angekommen machte ich mich erstmal auf die Suche nach meinem Hostel. Nach nur 100 Stunden fand ich es auch endlich, an sich nur 5 Minuten vom Stopp entfernt, bei welchem ich ausgestiegen bin...

Ich sehe schon du bist etwas gelangweilt und fragst dich ob noch viel Text kommt ^^ keine Angst jetzt kommen erstmal ein paar Bilder ich will doch nicht, das jetzt schon alle Leser abspringen ;)

Die Straße fast neben meinem Hostel
Die Straße fast neben meinem Hostel

Ok nur ein Bild aber keine Angst es kommen noch ein paar Bilder! Vielleicht sollte ich Blogeintrage im Bilderbuchstil machen?! Ich denke, dann hätte ich auch mehr Spaß daran meine Einträge zu lesen ^^.

Egal! Nach 5 Minuten im Hostel war ich auch schon wieder auf dem Sprung, denn Vanessa kam beim Hostel vorbei um mich aufzusammeln. Nachdem wir uns für fast 6 Monaten nicht mehr gesehen hatten, gab es viel zu erzählen und so zogen wir los Richtung Pier 39 und tauschten uns über unsere Zeit im Ausland aus. Wusstet ihr, dass es anscheinend so viele deutsche Au-pairs gibt wie deutsche Work & Traveller? Und ich dachte wenigstens in Amerika wäre das etwas anders :,). Anscheinend hat Vanessa auch immer sehr stressige Tage, was sehr verständlich ist mit zwei kleinen Kindern denke ich ^^ Gut, dass ich mit Jacob immer brav und still war ;) Am Pier 39 schauten wir erstmal bei einer der größten Touristenattraktionen vorbei, den Robben! Und es gab eine gute Sicht auf Alcatraz :)

Alcatraz! Nein... Doch! ... Ohhhhh...
Alcatraz! Nein... Doch! ... Ohhhhh...

Danach trafen wir uns noch mit Simone, einer Freundin von Vanessa, welche auch aus Deutschland kommt und ein Au-Pair macht ^^, und gingen zu Cheesecake Factory. Nach nur 1 Stunde, welche wir auf unseren Tisch warten mussten, konnten wir endlich zuschlagen :D Und glaubt mir der Burger war echt gut! (Vielleicht auch grade weil wir so lange gewartet haben^^). Für den nächsten Tag verabredeten wir uns zu 3 für einen Besuch der Academy of Science, einem Museum, welches laut Vanessa eher für kleine Kinder ist, aber ich fands cool ;P. Doch auf dem Weg dahin fiel uns etwas recht komisches auf ...

Fische in der Academy of Science (aber nicht das was uns auffiel ^^)
Fische in der Academy of Science (aber nicht das was uns auffiel ^^)
Oh ja, dass ist und aufgefallen!
Oh ja, dass ist und aufgefallen!

Nach 2 Vorstellungen im Planetarium, den Besichtigungen eines fake-jungels und von einigen Aquarien, machten wir uns auf zurück in die Stadt um etwas zu essen. Es gab Burger :D Ich glaube ich habe noch nie so oft Burger gegessen aber ich denke für eine Woche kann mir das mal durchgehen lassen ;).
Am nächsten Morgen machte ich mich auf um die Stadt etwas selbst zu erkunden. Ich besichtigte Chinatown und folgte den Straßen entlang der Nordseite San Franciscos zur Golden Gate Bridge.

Leider regnete es etwas. (Mann auf der Tribüne neben dem Maritimen Museum)
Leider regnete es etwas. (Mann auf der Tribüne neben dem Maritimen Museum)
Leider schaffte ich es nicht ganz bis zur Golden Gate Bridge aber eine nette Sicht hatte ich trotzdem.
Leider schaffte ich es nicht ganz bis zur Golden Gate Bridge aber eine nette Sicht hatte ich trotzdem.
Durch den Regen sahen die Straßen jedoch sehr interessant aus
Durch den Regen sahen die Straßen jedoch sehr interessant aus

Am nächsten Tag machte ich mich recht früh auf und besichtigte Alcatraz. Das Alcatraz. Oh ja genau das! Das Alcatraz, weches Al Capone beherbergte und in Black Ops 2 von Zombies überwuchert wurde! Ein Gefängnis, welches als so sicher und grausam angesehen wurde, dass nur die härtesten der härtesten dort eingebuchtet wurden. Und ich muss sagen es sah auch nicht wirklich einladend aus ^^. Nach einer super Audiotour (wusstet ihr, dass es einmal eine mehrtägige Schießerei zwischen Gefangenen, welches ausbrechen wollten, und den Marines gab, bei welchem auch Granaten eingesetzt worden, deren Spuren man immer noch im Boden sehen kann???) machte ich mich allerdings auch etwas später schon wieder auf den Rückweg. Wie immer regnete es ^^.

Der "Broadway" in Alcatraz (heißt wirklich so)... also Broadway und Alcatraz obviously
Der "Broadway" in Alcatraz (heißt wirklich so)... also Broadway und Alcatraz obviously

Tja und wenn man schon mal in San Francisco ist, kann man ja auch mal nach Stanford oder?
Das dachten wir uns auch und so fuhren Venassa (so schreibt man Vanessa anscheinend zumindest wenn man den angestellten von Starbucks glaubt) und ich mit dem Zug einfach nach Stanford und besichtigten das dortige Unigelände. Neben einem schönen Campus und sehr teurem Merchandise gab es sogar eine eigene Kirche. Wer weiß bei den Unikosten würde ich, denke ich auch anfangen zu beten ^^

Ein Hochaus auf unsere Rückweg in der Stadt
Ein Hochaus auf unsere Rückweg in der Stadt

Und was macht man, wenn man sich nicht ganz sicher ist wo man hingeht am nächsten Morgen?
Man geht ins Museum, logisch oder? ^^ 

Und so machte ich mich gestern auf in das hier ansässige MoMA nicht zu verwechseln mit dem MoMa in NYC.

Ich muss gestehen auch wenn ich nicht unbedingt der größte Kunstfan bin, so war das Museum sogar recht interessant und einige Sachen haben mir sogar ganz gut gefallen. Da ich aber kein wirklicher Fan davon bin Kunst zu fotografieren habe ich Bilder aus dem Museum gemacht^^

Hierzu sei gesagt, dass dieses Bild in keinem Weg bearbeitet wurde!
Hierzu sei gesagt, dass dieses Bild in keinem Weg bearbeitet wurde!
Ok das Foto ist halb ein Foto eines Kunstwerkes aber die Asiatin vor dem Projektor hat einfach einen interessanten Schatten geworfen
Ok das Foto ist halb ein Foto eines Kunstwerkes aber die Asiatin vor dem Projektor hat einfach einen interessanten Schatten geworfen

Tja jetzt denkt ihr vermutlich, dass ist ja alles schön und gut aber was hat das alles mit dem Titel zu tun? Jaaaaaaaaaaaa....... das ist so in letzter Zeit habe ich eine sehr coole Serie angefangen und sagen wir es mal so, nicht wirklich aufgehört sie weiterzuschauen auch nach dem Sandmann... (oder 5 Uhr früh...) was leider als Folge hatte, dass ich recht lange in den Tag geschlafen habe ^-^' aber wie sagt man so schön "der frühe Vogel kann mich mal!" ^^.

In diesem Sinne verabschiede ich mich mit vielen herzlichen Grüßen aus San Fran!,

euer Ben

Freitag der 13.1.2017 18:29 Uhr


Auld lang syne oder:

Angeln, Zen und Steineflitschen

 

Moritz und ich sitzen zusammen mit etwa 50 Sandflies im Auto

(nein, dies ist nicht der Anfang eines Witzes...eher eines schlechten Witzes ;D ).

Moritz: "Diese verdammten wi**s-sch***-Viecher, wo kommen die denn immer her?!"

Ich: "Vielleicht aus der Büchse der Pandora..."

Moritz: "Oder der Konservenbüchse der Pandora!"

 

Nachdem wir uns von Ben, kurz nach meinem letzten Eintrag verabschiedet hatten, ging es weiter Richtung Wanaka und Westküste. Zwar gab es beim Abschied keine Tränen (@Lu ;) ), aber komisch ist es schon. Sich nach 5 Monaten des gemeinsamen Reisens auf Wiedersehen zu sagen, zu wissen, dass man sich erst in 3 Monaten wieder sieht und getrennte Wege zu gehen ist schon ein komisches Gefühl. Dennoch wissen wir ja, dass wir uns wieder sehen und - mal ehrlich - was sind schon 3 Monate im Vergleich zu 7 Wochen Fundraising?! Und obwohl ein "Auf Wiedersehen" scheinbar zunächst einen Schluss markiert, öffnen sich auch wieder neue Wege und man lernt neue, andere Menschen kennen. So ging es also weiter.

 

Zunächst Wanaka. Dort liefen Mo und ich zum "Roys Peak", einem 1300 Meter hohen Berg, von dessen Spitze aus wir einen gewaltigen Panorama-Blick auf den "Lake Wanaka", die Stadt und die umliegende Landschaft hatten. (Bilder folgen in Kuerze) Wir hatten ein leichtes Abendbrot im Licht des Abendrotes und liefen zurück.

Mo: "Rate mal, wieviele Kilometer das hin und zurück waren!"

"So... 7 ? "

Mo: " Nein...16 Kilometer!"

 

Ok, der Kepler-Track hatte uns eindeutig abgehärtet! Am nächsten Tag ging es weiter. Auf der Südinsel gibt es zwei Straßen, die über die Berge führen: Den "Arthur's Pass" im Norden und den "Haast-Pass" im Süden. Funfact: Der preußische Forscher Julius von Haast behauptete, der erste gewesen zu sein, der den Haast-Pass penetriert hatte - tatsächlich war wohl ein Schotte namens Cameron zuerst dort gewesen, was ihm aber leider niemand glaubte. Somit erhielt nur die Ebene "Cameron Flat" seinen Namen und ein dazugehöriger Fluss. Auch nicht zu schlecht (man muss dazu sagen, dass es eine sehr schöne Ebene ist ...aber voll mit Sandflies!) . Besonders schön waren die "Blue Pools", eine Stelle des Flusses, wo dieser besonders breit wird und sein Wasser in der Sonne strahlend blau und kristallklar erscheint. Über dieser Stelle gibt es eine Hänge-Brücke, von der aus man wunderbar ins Wasser springen kann...wenn man das machen wollen würde.

 

Natürlich haben wir es gemacht! Es war eiskalt. Also wirklich, wirklich kalt! Aber es war so cool, dass wir direkt ein zweites Mal rein gesprungen sind! Eine Frau auf der Brücke war zunächst sehr besorgt ("I don't want to witness the death of two young men that early in the morning!") aber wir überzeugten sie davon, dass wir schon 2 andere Jungs haben springen sehen, die es auch überlebt hatten.

 

Die nächste Zeit waren wir viel im Auto, hörten Musik, "Die Känguru-Chroniken" und Bon Jovi.

 

"My heart is like an open highway..."

 

Und auf einmal war da die Westküste. Weit. Stürmisch. Mit tropischen, noch mal ganz anderen Bäumen und Sträuchern. Wir angelten viel - aber fingen nur wenig. Außerdem verbrachten wir viel Zeit damit, Steine zu flitschen ... wirklich VIEL Zeit. Auch bauten wir diese Steintürme, die auch immer auf den Covern von solchen Zen-Buddhismus-Ratgebern abgebildet sind. Nur nahmen wir zunächst ganz viele große Steine und bauten einen mega-Steinturm, fast so groß wie wir! Dann setzten wir uns daneben und betrachteten ihn für 5 Minuten. Es dauerte nicht lange und es tauchten schon die ersten Chinesen auf, die sich vor dem Turm fotografieren ließen und auf Fotos mit uns darauf machten. Das war schon ganz lustig!

 

Dann war auch schon bald Silvester. Wir verbrachten den Jahreswechsel in einer Winz-Stadt namens Okarito direkt am Meer. Und genau an diesem Tag hat es durchweg geschüttet. Und zwar so, dass du, wenn du raus gegangen bist, sofort komplett nass warst! Das machte allerdings nichts, da wir uns mit ein paar netten Leuten zusammen getan und den ganzen Tag Spiele gespielt, gesungen und geredet haben (wir haben sogar ein Spiel erfunden, dass eine Mischung aus "Mensch ärger dich nicht!", "Schlangen und Leitern" und "Tabu" ist...wir nannten es "Schlangen ärgern ist tabu!" ...ein Spielspaß für die ganze Familie, dauert mind. 3 Stunden). Um Mitternacht wünschten wir uns dann alle ein frohes neues Jahr und jeder sang oder rappte, dem Uhrzeigersinn folgend, freestyle-mäßig seine Wünsche oder Gedanken für 2017. Zwar sangen wir nicht "Auld lang syne" so wie letztes Jahr mit Jonas ... aber ich hab natürlich trotzdem dran gedacht und auch daran, wie schnell 2016 wieder vorbei ging. Ein Jahr, das für mich und sicher auch viele von euch eines der spannendsten und ereignisreichsten überhaupt gewesen sein muss...

 

So, ich muss jetzt erstmal aufhören, weil die Library zumacht, aber es geht bald weiter! Ciao! :)

der Badem. So. 08.01.16

Moritz beim Angeln
Moritz beim Angeln

Der Saftladen

 

So, wo waren wir? ...ach ja, Silvester! Jedenfalls hatten wir an Silvester eine sehr schöne Zeit mit den ganzen Leuten (wobei eine junge Frau, die ziemlich angetrunken war und die ganze Zeit am meisten und lautesten geredet hatte, 4 Minuten vor Mitternacht auf einmal aufgesprungen und einfach gefahren ist...in dem Auto, in dem sie mit ihren Kumpels gekommen war, sodaß die später im ströhmenden Regen nach Hause laufen mussten. War schon echt daneben aber auch irgendwie lustig ^^ ). Nur war es echt ungewohnt, an Silvester kein Feuerwerk zu haben - nicht mal ein paar Knaller oder Fontänen- und auch kein Internet oder Empfang. Und wenn man dann so am offenen Meer steht und nur den Horizont und die graue Wasseroberfläche sieht, denkt man schon auch das ein oder andere Mal an zu Hause zurück und wie es der Familie und den Freunden in diesem Moment wohl geht und was sie machen.

 

Nachdem wir am 1. dann doch noch im Cafe in Okarito ein bisschen Wlan für 5$ gesnackt hatten, machten wir uns wieder auf den Weg, die Westküste Richtung Norden abzucruisen. Auf dem Weg kamen wir unter anderem durch "Fox Glacier" und "Franz Josef", zwei Orte die nach den dazugehörigen Gletschern benannt sind und praktisch nur Touristen - also Leute wie uns - beherbergen. Die beiden Gletscher sahen aus wie gewaltige, dreckige Schneebälle (was sie ja genau genommen auch sind). Weitaus beeindruckender waren die Landschaften, die durch Jahrtausende der Gletscherbewegung geformt wurden. Auffällig waren die Unmengen an Hubschraubern, die im Minutentakt über die Attraktionen geflogen sind, um jeweils schaulustige Touristen zu den Gletschern zu bringen.

 

Auf dem restlichen Weg sahen wir noch unter anderem eine ziemlich coole Höhle, einige riesige Bögen aus Gestein, die durch die Ströhmung von Flüssen gebildet wurden und Tom und Jacob. Moment, wer?! Tom und Jacob sind zwei Weltreisende aus Australien, die wir an zwei verschiedenen Tagen zufällig an verschiedenen Stellen, von der Straße aufgesammelt haben. Echt nette Leute (aber die hatten garantiert vor Weihnachten die letzte Dusche ;P ).

 

Und auf einmal war ich schon wieder in Nelson. Moritz und ich verabschiedeten uns voneinander - wir werden uns zunächst zum Zwiebelmarkt wieder sehen - und dann ging es wieder zum Hostel. Dann lag ich erstmal rum, 2 Monate intensiven Reisens in den Knochen und sogar recht froh (!), ausnahmsweise alleine zu sein und mein eigenes Bett zu haben. Was dann passierte?

 

Erstmal nichts.

 

5 Minuten später: Die Tür geht auf, herein kommt ein junger Mann. Deutscher, ganz klar.

 

"Ach, noch so einer!", sagt Rafael aus Berlin und wir unternehmen was zusammen :D .

 

...


Und so ist man auf Reisen tatsächlich nie wirklich allein. Jetzt bin ich im " Customhouse", einem Hostel, das nur 16$ pro Nacht kostet und trotzdem ungefähr das coolste Hostel ist, in dem ich bisher war. Das Haus ist eine restaurierte, alte Villa mit großem Aufenthaltsraum, XBox 360, Billardtisch, Tischtennisplatte, Gitarren, Fahrräder zum Ausleihen for free und dem Rastafari-Rezeptionisten. Alle sind ganz locker drauf und plaudern miteinander.


Aber was ist denn jetzt eigentlich der Saftladen ?? Nun ja, nachdem ich hier in Nelson angekommen war, musste ich mir erstmal einen Job suchen. An die 15 Online-Bewerbungen später versuchte ich mein Glück damit, diekt in Läden reinzugehen und mein Curry-culum vitae zu verteilen. Einer davon war TANK, eine neuseeländische Kette, die frischgepresste Smoothies, Wraps und Salate verkauft... 30 Minuten später kam ich mit meinem frischunterschriebenen Vertrag wieder raus. Vorerst 20 Stunden pro Woche, Mindestlohn. Naja, besser als nix!


...


Gerade kommt eine Nachricht rein. Von Jorge, meinem brasilianischen Manager. "Is it fine with you if you work 42 hours next week?"


...42 Stunden? 42 Jahre, mein Guter! :D

~der Badem. Mo. 09.01.2017



It`s the final countdown - oder wie klein Neuseeland in Wirklichkeit doch ist...

 

Wie ihr, als aufmerksame Leser ;) , vermutlich wisst reise ich bald wieder aus Neuseeland ab und bereite mich auf eine schöne Zeit in San Francisco vor :D. Doch zuerst muss ich es schaffen den Flughafen in Auckland zu erreichen, kein einfaches Unterfangen bedenkt man, dass ich beim letzten Blogeintrag in Oamaru, einer Stadt irgendwo im Nirgendwo auf der Südinsel Neuseelands, war. Was ist also passiert nachdem ich zusammen mit dem Bademeister und Moritz ein super Weihnachtsfest hatte und mit ihnen und einem Koreaner Pinguine gesichtet habe?

Ein Pinguin in Oamaru beim überqueren des Hafens
Ein Pinguin in Oamaru beim überqueren des Hafens

Am 26. ging es weiter erstmal zurück nach Christchurch um eine Nacht im dortigen Hostel zu verbringen.

Nach nur 9 Stunden im Bus kam ich entspannt und total fit (nicht) an und merkte als erstes, dass ich meinen Eistee und meine Wasserflasche im Bus vergessen hatte... (hinzu sei gesagt, dass ich an diesem Abend wirklich Lust auf Eistee hatte) aber zum Glück waren es nur eine Eisteeflasche und eine Metallflasche, welche ich vergessen hatte.

Nach 5 Stunden Schlaf ging es auch schon weiter nach Picton, dem Fährort auf der Nordspitze der Südinsel.

Zum Glück waren es diesmal nur 9 1/2 Stunden, welche ich im Bus genießen konnte.

In Picton angekommen lernte ich erstmal Maike kennen, eine deutsche Friseurin, welcher ich mit einem Computerproblem half, woraufhin ich am Morgen darauf einen Haarschnitt bekam kurz bevor ich die Fähre nach Wellington nahm. Wenn man in Neuseeland einmal Bus gefahren ist, kommen einem 3 Stunden auf einer Fähre wirklich wie ein Augenblick vor glaubt mir :) 
In Wellington angekommen ruhte ich mich erstmal etwas aus und besichtigte den anliegenden Park.

Zu Silvester traf ich mich mit Leon, Emily und Gesa zum feiern. Wir trafen ein paar Freunde von ihnen und gingen gemeinsam zu Hafen um das Feuerwerk zu bewundern (privat ist es nicht erlaubt Raketen zu zünden in Neuseeland).
Kurz vor Mitternacht hatten sich allerdings alle aus den Augen verloren und waren verstreut in der Menschenmasse.
Zum Glück fanden wir uns allerdings im neuen Jahr wieder :)
Nachdem wir uns etwas später immer wieder verloren und wiedergefunden hatte (Leon fand sogar ein deutsches Mädchen, welche anscheinend etwas zu viel gefeiert hatte und der es nicht wirklich gut ging, woraufhin wir sie zum ausruhen zum Hostel brachten und ihre Freunde anriefen um sie abzuholen) verabschiedeten wir uns auch schon wieder und gingen alle in die Koje.

Der Eingang zum Theater in Wellington
Der Eingang zum Theater in Wellington
Die Frage ist nur wer überraschter ist Tim oder Leon?
Die Frage ist nur wer überraschter ist Tim oder Leon?
Ein weißer Afroamerikaner sieht zum ersten Mal ein Bier - Wellington 1946 coloriert
Ein weißer Afroamerikaner sieht zum ersten Mal ein Bier - Wellington 1946 coloriert

Am 2.1. ging es dann auch schon wieder weiter auf nach Auckland... im Bus ... -.-'

Nach nur 11 Stunden im Bus erreichte ich also gestern Abend Auckland. Ach ja Auckland, eine Stadt die ich wirklich vermisst habe. Doch zurück zum Titel dieses Blogeintrages: "It`s the final countdown...", ihr denkt das war zufällig gewählt, hah!, niemals! Nachdem ich heute eine Festplatte umgetauscht hatte und 20 $ auf der Straße fand ging ich nämlich zum Countdown, einer großen Neuseeländischen Einkaufskette, und ratet mal wer da vor mir im Laden an den Keksen vorbeischwebte...
Solveik und Hjördis!
Ach ja Neuseeland ist schon klein :) Und wenn jetzt noch alles nach Plan läuft treffe ich sogar Richard un Maggi am 6.1. noch einmal, nachdem ich die Dandos getroffen habe, bevor ich am 7.1. in den Flieger nach SF steige :D wo ich Vanessa treffe :).
Um dann in Weimar anzukommen und euch wieder zu treffen!

Wenn das nicht ein gelungener Abschluss für eine Reise ist dann weiß ich auch nicht!

 

Brb(1) euer Ben :D

- Ben, Dienstag 3/1/2017

 

(1) Be right back - Bin gleich wieder da :)


Noch einmal duschen, dann ist Weihnachten oder:

Wo die Keas wohnen

 

Moritz: "Wir brauchen noch nen paar Lieder von Queen,

Michael Jackson und Bon Jovi..."

Ich: "Bob wer ?"

Moritz: "WAS?! Du kennst Bon Jovi nich??"

 

Es ist der zweite Weihnachtsfeiertag, ich sitze im Schatten vor der geschlossenen Bücherei und - oh my goodness - seit meinem letzten Blogeintrag ist so viel Zeit ins Land gegangen! Ich bin froh, dass Ben uns trotz seines vollen Terminkalenders auf dem Laufenden halten konnte. Danke dafür an Ben! ;)

 

So, was ist also passiert, nachdem ich in Christchurch meine sieben Sachen zusammengesucht und mich von Ben verabschiedet hatte? Nun, ich erinnere mich daran, in Invercargill (oder sollte ich lieber sagen: in Vercargill ? ) aus dem Bus gestiegen und erstmal im Regen gestanden zu haben. Keine Spur von Moritz. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass er 20 Meter weiter mit dem Auto gestanden und mich schließlich zu sich gewunken hatte. Zuerst kam er mir irgendwie verändert vor. Ich würde ja sagen, es hätte an der Brille gelegen... nur hat er keine Brille. Wahrscheinlich ist es dann doch der Bart.

Papa Eichmann geht mit seinem Sohn, dem Bademeister, wandern
Papa Eichmann geht mit seinem Sohn, dem Bademeister, wandern

Nach einem Tag in Te Anau, einem kleinen Örtchen am "Lake Te Anau", einem frischen Haarschnitt (ich fühle mich 5 Kilo leichter) und zwei Nächten in Penelope (Moritz' Auto, einem "Honda Odysee" ... Penelope ist Odysseus' Frau *freu*) ging es dann los zum Kepler Track. Dieser ist einer der neun "Great Walks" in Neuseeland, wunderschön und eigentlich für 3 bis 4 Tage ausgelegt. Aufgrund des Platzmangels in den Hütten und auf den Campingplätzen, entschieden wir uns, den Track in zwei Tagen zu gehen.

...

Der Track führte uns hoch hinaus in luftige Höhen - genauer gesagt bis auf etwa 1500 Meter, mit dem höchsten Punkt, dem Mt. Luxmoore. Doch dort waren wir nicht allein! Bald trafen wir auf einige Keas, Angehörige einer nur in NZ vorkommenden Papageinart, die in den Bergen leben. Sie waren absolut nicht scheu - im Gegenteil! Wir hatten eine richtig tolle Zeit zusammen, haben Selfies mit den Keas gemacht, ihnen Nüsse zum Essen gegeben, uns in die Finger beißen lassen (ich wasch' mir nie wieder die Hände!) und mussten unsere Pullover, Isomatten und Rucksäcke vor ihnen schützen. Die Keas haben echt großes Potential meine Lieblingsvögel zu werden (gleich neben Pinguinen)... sie sind einfach mal cool, niedlich, witzig, neugierig, tollpatschig, aerodynamisch und bunt! Glaubst du mir nicht? Dann sieh selbst:

Nach 60 Kilometern und viel Spaß kamen wir wieder am Carpark an und gönnten uns erstmal eine Pause. Insgesamt muss ich sagen, dass wenn ich dachte, der Abel Tasman sei schon unübertrefflich gewesen, ich mich geirrt hatte. Der Kepler war einfach mega abwechslungsreich und beeindruckend (wobei der zweite Tag sehr "waldlastig" war...das heißt, es war nur Wald. Irgendwann nach 20 Kilometern irrte ich nur noch an den Bäumen vorbei (jeder lief sein eigenes Tempo) und sah den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr). 

 

Die nächsten Tage verbrachten wir praktisch zwischen zwei Zuständen: Betrinken und anschließender Ausnüchterung. Nee, Spaß ;D ...Angeln und coole Ort besuchen. Da Moritz eine Angel und Lizenz besitzt, waren wir an verschiedensten Flüssen Angeln und auch ich wurde in die geheimen Künste des Fischens eingeweiht, lernte den Unterschied zwischen Köder-, Spin- und Fliegenfischen, wie man auf verschiedene Fische, wie z.b. Forelle geht  und was ein "Blinker" ist. Eine Forelle haben wir leider noch nicht gefangen, dafür aber zwei "Kahawei", die wir dann auch mit Kartoffeln, Zwiebeln und viel Trara zubereitet hatten.

Neben dem Angeln sahen wir auch viele krasse Orte. Unter anderem zwei Wasserfälle, riesige Höhlen direkt am Meer (die nur bei Ebbe zu erreichen sind), die Curio Bay (wo wir einen sehr seltenen Gelbaugenpinguin gesehen haben), Shag Point (wo reichlich Robben rumgelungert haben) und den Nugget Point (wo wir einen 1 kg Nugget gefunden haben. ...naja, nee, dafür war es dort aber auch sehr schön).

Nuggetpoint
Nuggetpoint

Und bald ging es auch auf Weihnachten zu. Die Überschrift war in diesem Zusammenhang gar nicht mal so unernst gemeint, denn wenn man immer auf Campingplätzen schläft, auf denen die wenigsten Duschen haben, freut man sich schon auf so eine schöne warme Dusche im Hostel.

 

Und so geschah es, dass wir am Heiligen Abend in Oamaru, der "Steampunk"-Hauptstadt, mit Ben, dem Reisenden zusammentrafen. Und wir fanden, dass es schön war. Und Moritz sprach: "Hey, lasst mal noch Bier holen!". Und so tranken sie zwei Tage und zwei Nächte, und kochten, zwei Tage und zwei Nächte. Ernsthaft: Ich kann mich nicht erinnern, das letzte Mal an zwei aufeinanderfolgenden Tagen so krasse Sachen gekocht (und gegessen) zu haben. Natürlich gab es auch Bescherung (unter anderem darf ich mich über Kaffee und Schokolade von Mo und Aquarellfarbe + Pinsel + ich will verrückt sein einen Malblock vom Ben freuen). Auch fanden wir einen lustigen Zeitgenossen mit Sooyung Kang aus Südkorea, der offenbar sehr viel mehr trinken kann als ich ^^ (in den drei Tagen hab ich ihn immer entweder mit Bier oder Wein gesehen), wir waren des Nachts am Strand und haben mega niedliche Pinguine gesehen. Sie waren wirklich überall; im Meer, zwischen Steinen. Auf der Straße liefen/ watschelten sie wie in einer Gang im Lampenschein dahin (Ben: "It don't matter if you're black or white!").

 

Obwohl dieses Weihnachten eigentlich so unweihnachtlich ist und anders als alle Weihnachten, die ich je erlebt habe (wir waren am Strand Volleyballspielen...mit Weihnachtsmützen und Sonnenbrille), war es doch wirklich lustig, lecker und unvergesslich.

 

Merry Christmas!

~euer Badem. Mo. 26.12.2016